105: Wolfsmythen im Reality-Check mit Prof. Kurt Kotrschal

Shownotes

Der Wolfsommer 2026 hinterlässt Spuren – bei Menschen wie bei Wölfen. Wetterextreme und eine hitzige politische Debatte bestimmen das Klima. Doch wie kommen Wölfe mit Hitze und Trockenheit zurecht? Wie leben sie im Hochsommer? Und welche Aufgaben übernehmen die Elterntiere noch, wenn die Welpen schon mehrere Monate alt sind?

Zu Gast ist Prof. Dr. Kurt Kotrschal, eine der profiliertesten Stimmen der europäischen Wolfsforschung. Mit ihm prüft Sabine Sebald in dieser Episode gängige Erzählungen: Sind Wölfe wirklich eine Gefahr für Menschen? Brauchen sie „echte Wildnis“? Fressen sie den Wald leer? Und führen weniger Wölfe tatsächlich zu weniger Rissen?

Auch hartnäckige Halbwahrheiten aus Jagd und Politik stehen zur Debatte. Dazu zählt die Behauptung, Abschüsse würden Wölfe „lernen lassen“, dass Siedlungen und Nutztiere gefährlich sind – ein Argument, das Jagdfunktionäre wie Helmut Damman-Tamke immer wieder für weitreichende Forderungen nach Bestandsregulierung anführen.

Die Folge fragt nicht nur, was an solchen Aussagen stimmt, sondern auch, warum sich Mythen so hartnäckig halten. Sie diskutiert zudem, ob man die Naturverwaltung jenen Akteuren überlassen sollte, die in der öffentlichen Debatte immer wieder mit fragwürdigen oder falschen Behauptungen auffallen.

Ein Reality-Check für alle, die die aktuelle Wolfspolemik besser einordnen und zwischen Emotion, politischem Interesse und wissenschaftlicher Evidenz unterscheiden wollen – und für alle, die neu im Thema sind.

Der Wolfspodcast ist eine Produktion von Sabine Sebald

Der Podcast wird ehrenamtlich aus eigenen Mitteln produziert und finanziert. Er richtet sich gegen Falschinformationen und arbeitet auf Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse und sorgfältig recherchierter Fakten. Es entstehen Kosten für die redaktionelle Arbeit, den Hoster, das webbasierte Aufnahmetool, Studiotechnik, Technikdienstleister sowie Marketing (Flyer & Co.).

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Redaktion: Sabine Sebald

Technik und Produktion: Thomas Ganswindt

Cover-Design und Foto: Matthias Kays

Sprecher: Steffen Schambach

Über den Gast dieser Folge:

Prof. Dr. Kurt Kotrschal ist emeritierter Professor für Verhaltensbiologie an der Universität Wien, ehemaliger Leiter der Konrad-Lorenz-Forschungsstelle im Almtal und Mitbegründer des Wolf Science Center (WSC) in Ernstbrunn (Niederösterreich). Das WSC ist weltweit einzigartig: Dort werden handaufgezogene Wölfe und Hunde unter identischen Bedingungen gehalten und experimentell getestet, um grundlegende Mechanismen von Kooperation, Kommunikation und Domestizierung zu verstehen. Kotrschal hat u. a. die Bücher „Warum Hunde uns zu besseren Menschen machen“ und „Der Wolf und wir. Wie aus ihm unser erstes Haustier wurde – und warum seine Rückkehr Chancen bietet“ veröffentlicht.

https://www.brandstaetterverlag.com/buch/der-wolf-und-wir/

https://www.tips.at/nachrichten/gmunden/land-leute/561905-almtaler-wolfsforscher-kurt-kotrschal-veroeffentlicht-neues-buch

https://www.derstandard.at/story/1358305610218/die-mit-den-woelfen-tanzt

https://evamariabachinger.com/interviews/kurt-kotrschal

https://www.tagblatt.ch/panorama/auf-den-wolf-gekommen-ld.939041 https://www.krone.at/3717293

Der Buch-Tipp von Kurt Kotrschal:

Adam Weymouth: Wolfspfade. btb Verlag 2026:

https://www.penguin.de/buecher/adam-weymouth-wolfspfade/buch/9783442763405

Weitere Literatur zum Thema:

https://www.axelgomille.com/deutsch/buecher.html

https://wolf-mv.de/wp-content/uploads/2019/11/mit-woelfen-leben_neu2011.pdf

https://haupt.ch/aktuell/hauptautor-heinrich-haller-der-wolf-grenzgaenger-zwischen-natur-und-kultur

http://peterdettling.com/buecher/

https://www.uni-koblenz.de/de/philologie-kulturwissenschaften/kulturwissenschaft/aktuelles/aktuelles/thorsten-gieser-leben-mit-woelfen

Hier geht es direkt zum Film „Wölfe und Menschen – Wege zur Koexistenz“ von Sebastian Koerner:

https://www.bund-naturschutz.de/tiere-in-bayern/wolf/naturfilm-woelfe-und-menschen

Links zu den besprochenen Themenbereichen:

Wölfe reagieren bereits auf menschliche Stimmen mit erhöhter Flucht- und Meidebereitschaft:

https://publish.uwo.ca/~lzanette/papers/Kasper_et_al_2025.pdf

NINA-Studie (Originalstudie (2002)):

https://www.bundestag.de/resource/blob/563294/83068d6297590248dd89375affd358c4/wd-8-041-18-pdf-data.pdf

Aktualisierung (2021):

https://www.ifaw.org/de/resources/nina-report-wolf-attacks-2002-2020

https://www.wwf.de/fileadmin/fm-wwf/Publikationen-PDF/Deutschland/Report-Wolf-attacks-2002-2020.pdf

https://www.elli-radinger.de/verhalten-bei-einer-wolfsbegegnung/

Ein Vergleich: Jährlich sterben weltweit zahlreiche Menschen durch Begegnungen mit Tieren. Hier sind die wichtigsten Statistiken zu Todesfällen durch Tiere:

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/554329/umfrage/jaehrliche-sterbefaelle-weltweit-infolge-einer-begegnung-mit-tieren-nach-tierart/

25.000 Menschen sterben jedes Jahr durch den besten Freund des Menschen, Hunde:

https://www.weltderwunder.de/durch-diese-tiere-sterben-die-meisten-menschen/

https://www.tasso.net/Presse/Pressemitteilungen/2023/bei%C3%9Fvorfaelle-mit-hunden-erreichen-rekordhoch?lang=de-DE

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/157642/umfrage/todesfaelle-durch-hundebisse-nach-bundeslaendern-von-1998-bis-2007/

https://de.globometer.com/tiere-hundbissen.php

Wofür sind Wölfe gut?:

https://chwolf.org/woelfe-kennenlernen/oekosystem/wolf-als-teil-des-oekosystems

https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/saeugetiere/wolf/wissen/15812.html

https://www.forstpraxis.de/studie-zeigt-der-wolf-hilft-den-wald-zu-verjuengen-22292

https://www.derstandard.de/story/2000127083469/wo-woelfe-leben-gibt-es-weniger-verkehrsunfaelle-durch-wildwechsel

Themenbereich Herdenschutz:

Herdenschutz auf Österreichs Almen: Neue Studie zeigt, dass Schutz und Schadensprävention möglich sind:

https://anca.at/herdenschutz-auf-oesterreichs-almen-neue-studie-zeigt-dass-schutz-und-schadenspraevention-moeglich-sind/

https://www.dbb-wolf.de/Wolfsmanagement/herdenschutz

https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/saeugetiere/wolf/wissen/22352.html

https://lifestockprotect.info/begegnungen-mit-herdenschutzhunden-im-tourismusgebiet/

https://lifestockprotect.info/aktuelle-studie-wilddurchlaessigkeit-wolfsabweisender-elektrofestzaeune/

https://www.dbb-wolf.de/wolfsmanagement/herdenschutz/praeventions-_und_ausgleichszahlungen

Bringen Abschüsse etwas? Hier ein guter Überblick:

https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-662-65745-4_9

Lettland 2023

https://www.mdpi.com/2079-7737/12/9/1255?fbclid=IwAR2gR1k4mZsZRCBSzswLxF2lNBhVp20t6OVse814jlyTviIsjxx5LYa2Hww

Slowakei 2023

https://conbio.onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1111/conl.12994?fbclid=IwAR2ycV534fRiXB5ersimgT1PQUvNTxtRao_RtHqCGyef9ZyU2b3pkW_66zM

Spanien 2016

https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371%2Fjournal.pone.0151541&fbclid=IwAR3KNRC_svQJyJ7MneZgJ1SiJ5i209SyGkrBv6ICxf06gMdagnigWMkG9ns

USA 2016

https://esajournals.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/fee.1312

Zahlen für Frankreich, unten links:

https://www.auvergne-rhone-alpes.developpement-durable.gouv.fr/IMG/pdf/230418_bilan_2022_internet.pdf?fbclid=IwAR3WBcKAyrudAtEj9qXw5bVfLJYuyyFjvaONlhIrETQ-rG1nPkEWDd-1iiE

https://naturschutzbund.at/newsreader-1294/items/warum-herdenschutz-nicht-durch-wolfsabschuesse-ersetzt-werden-kann-2.html

https://www.researchgate.net/publication/367397351_Wie_lassen_sich_Nutztierubergriffe_durch_Wolfe_nachhaltig_minimieren_-_Eine_Literaturubersicht_mit_Empfehlungen_fur_Deutschland

https://www.zdf.de/nachrichten/wissen/woelfe-naturschutz-terrax-axel-gomille-kolumne-100.html

Urteil des Europäischen Gerichtshofs: Der Wolf darf auf regionaler Ebene nicht als jagdbare Art bezeichnet werden, wenn sein Erhaltungszustand auf nationaler Ebene ungünstig ist:

https://curia.europa.eu/jcms/upload/docs/application/pdf/2024-07/cp240118de.pdf

Illegale Wolfstötungen:

https://www.geo.de/natur/tierwelt/jeder-zehnte-tot-gefundene-wolf-wurde-illegal-geschossen-34909360.html

https://www.landundforst.de/tier/tote-woelfe-diese-hohe-strafe-droht-illegalem-abschuss-572840

https://www.tagesschau.de/wissen/forschung/wolf-oekosystem-nahrung-100.html

Transkript anzeigen

00:00:00: Wenn man das im Kopf hört, dann bringt der Wolf auch ökonomisch mehr als er kostet.

00:00:06: Die Bordausenschafe die im Jahr in Mitteleuropa an den Wolf gehen sind natürlich ein Bordhausenschaf zu viel.

00:00:13: aber wenn man nur das im kopf hat ist es komplett daneben.

00:00:16: Wenn man die anderen Ökosystemleistungen von Wölfen oder anderen Beutegreifen rechnet Dann sind die eher im ökonomischen Plus, nicht nur im öko-logischen.

00:00:27: Lassen wir uns doch helfen von den Wölfen und großen Bordekleiffern?

00:00:30: Sage ich doch!

00:00:32: Hier ist

00:00:34: der Wolfspodcast Die Stimme unserer Wildenwilfe Und mit Sabine Sehwald

00:00:43: Es wird Zeit für eine neue Folge vom Wolfspotcast.

00:00:46: Ich freue mich, dass ihr dabei seid.

00:00:47: Hallo und herzlich

00:00:48: willkommen

00:00:49: Der Wolfs-Sommer, der wird nicht spurlos an uns und vor allem nicht an den Wolfen vorübergehen.

00:00:55: Politisch hat die Jagd auf Hilfe begonnen.

00:00:57: Juristisch ist aber alles wie immer!

00:01:01: Und das was dazwischen liegt macht mir große Sorge ehrlich gesagt.

00:01:05: Diese Flut an falsche Informationen und die Selbstverständlichkeit mit der Interessensverbände darauf bestehen Es wird wieder Zeit für ein intensives Gespräch über die Basics in Sachen Wolf.

00:01:16: Gerade jetzt und auch für alle, die neu dazugekommen sind und sich erst mal orientieren wollen.

00:01:21: Deshalb habe ich mir heute den berühmten österreichischen Biologen- und Verhaltensforscher Prof.

00:01:26: Kurt Kortraschall eingeladen.

00:01:28: Er hat jahrzehntelang zum Thema Wolf und Mensch geforscht und viele Bücher dazu beschrieben.

00:01:33: Kurt, herzlich willkommen zum dritten Mal im Wolfs Podcast!

00:01:37: Ja es ist schon einen guten Tag Vorsicht vor allem, was berühmt ist.

00:01:41: Ich möchte dich nur voransetzen.

00:01:43: Alles klar!

00:01:46: Okay, Message angekommen.

00:01:48: Kurt wo verbringst du diesen Sommer?

00:01:51: Also wir sind zu Hause geblieben das heißt im Salzkammergut, wo es genauso heiß ist wie in restlichen Europa.

00:01:58: aber im Garten ist ein Schmimmteich da nicht wärmer wird über sechsundzwanzig grad Und das Haus wird mittels Klimaanlage gekühlt, die sozusagen den Überschussstrom unserer PV-Anlage verwertet.

00:02:14: Also es ist sehr angenehm und eigentlich bin ich zerrissen zwischen Wetter genießen und das doch ziemlich bedrohlich fühlen weil Das Salz kam er gut aus der nördlichen Alpenrand.

00:02:30: Er war bekannt dafür, dass Juli-August sozusagen Regenzeit ist mit viel Schnürlregen und wir hatten da glaube ich seit zwei Monaten überhaupt keinen Tropfen.

00:02:42: also das ist vollkommen ungewöhnlich.

00:02:44: Das klingt bedrohlich aber ihr scheint damit gut zurechtzukommen?

00:02:48: Wie sieht es dann mit den Wölfen aus?

00:02:50: kommt die mit diesen Temperaturen auch mit der Trockenheit klar?

00:02:52: weiß man da was drüber?

00:02:54: Ja, die armen Wölfe.

00:02:55: Im Gegensatz zu uns Savannen entstandene Menschen, die Haare am Kopf haben aber sonst Schweißdrüsen am Körper und daher dreißig bis vierzig Grad aushalten und sich sogar aktiv bewegen, haben Wölfen das nicht weil sie relativ weit nördlich entstanden sind.

00:03:13: also alles was über zehn bis fünfzehn Grad hat ist für ein Wolferschweinerei.

00:03:19: Ich kann mir lebhaft vorstellen, dass die meisten Wölfe da draußen jetzt zumindest unter Tags irgendwo im Gebüsch liegen in Resten von feuchten Kulen und der versuchenden Tag zu überstehen.

00:03:36: Wahrscheinlich wird's ... ich hab keine Zahlen dazu, aber ich stelle mal vor, dass es im Moment während dieser Hitzeperode auch relativ wenige Wolfssichtungen gibt.

00:03:47: Erstens weil die Leute nicht so intensiv draußen herumlaufen und zweitens, weil die Wölfe den Tag vermutlich vermeiden werden.

00:03:55: Wir sind ja jetzt Anfang August.

00:03:57: da sind die Welpen von diesem Jahr schon ein paar Monate alt wahrscheinlich so zwölf bis vierzehn Wochen.

00:04:02: was machen die in dieser Lebensphase dem ganzen tag über?

00:04:06: also jetzt bei Hitze Saks du werden sie sich wahrscheinlich ruhig verhalten aber ansonsten sind hier auch schon so bisschen unterwegs.

00:04:13: Ja, aber es kommt darauf an.

00:04:15: Also je älter sie werden, umso weiter gehen sie vom Bau weg.

00:04:19: Sofern es ein Rudel ist sind irgendwelche Babysitter immer dabei und wenn die Welpen gut geseitigt sind also wenn das Rudel guten Jagderfolg hat was für mitteleuropäische Rudel eigentlich die Regel ist dann verschlafen die Welten genauso den Tag wie die Erwachsenen gespielt wird Wie auch Kinder das zu machen, gespielt wird dann vorzugsweise in der Dämmerung.

00:04:44: Da wird es richtig spannend.

00:04:46: Genau!

00:04:46: Und die Eltern spielen immer noch eine sehr zentrale Rolle bei der Versorgung?

00:04:50: Naja, das rudelt also.

00:04:53: Wir haben immer diesen primaten Bias ... Wir denken, die Mutter sei so wichtig.

00:04:59: Das ist sie in den ersten Wochen bei Wölfen natürlich schon.

00:05:02: Sie gibt Milch aber es ist auch kaum im Wurfkäse vorhanden.

00:05:08: und sobald Wolf zweieinhalb bis drei Wochen alt ist Krabbel da aus dem Bau und sozialisiert sich breit mit dem Rudel.

00:05:18: Die Gruppe ist wesentlich wichtiger als die Elterntiere.

00:05:21: D.h.,

00:05:22: die großen Geschwister vom letzten Jahr bringen dann auch schon mal Futter mit?

00:05:26: Ja, natürlich!

00:05:28: Das machen noch viele Hunde.

00:05:30: Wenn der Welpe bettelt und im Malwinkel anstupps, wird Futter vorgewirkt.

00:05:37: Und so werden die größeren Welpen auch ernährt.

00:05:42: Meistens sind ziemlich übige Ernährung.

00:05:44: Die älteren Wölfe können gar nicht anders als Futter vorzuwirken, wenn die Welpen das so wollen.

00:05:50: Das ist irgendwie faszinierend zu sehen, wie ein Wolfsrudel funktioniert und wie viele Tiere daran beteiligt sind.

00:05:58: Und ich glaube, die Überlebenschance von den Welpen sind umso höher, je mehr Wölfen zum Rudeln sind und sich kümmern oder aufpassen auch?

00:06:07: Als ich schaue, das hängt ganz von den Umständen ab ... eine große Stärke des Rodels, dass man sich gemeinsam den Nachwuchs kümmert.

00:06:17: Allerdings schaffen wir es auch Paare bzw sogar alleinstehende Weibchen junge Groß zu ziehen besonders unter Bedingungen die wir in Mitteleuropa haben mit sozusagen wo das nächste Reh meistens nicht weiter weg ist als hundert Meter.

00:06:37: Das ist keine große Kunst unter solchen Bedingungen, junge Großtozin.

00:06:41: Allerdings sind sie dann wesentlich gefährdeter und kleine Wolfswelpen sind ja schon gefährdet von Füchsen erbeutet zu werden.

00:06:50: Das heißt, es ist auf jeden Fall von Vorteil und senkt die Mortalität im ersten Jahr wenn Bevisiter anwesend sind.

00:06:58: Ich möchte an dieser Stelle erinnern an die bekannte Wölfin Gloria aus NRW, die ja mutmaßlich nicht mehr lebt oder sehr sicher nicht mehr Lebt, die mehrere Würfe komplett alleine durchgebracht hat.

00:07:10: allerdings dann ist der Druck auf die Mutter natürlich, auf Gloria selbst.

00:07:13: Das wird unglaublich groß gewesen und sie hat sich dann leider auch etwas spezialisiert auf Nutztiere, weil das einfacher war.

00:07:20: Aber die Rüden wurden ja jeweils immer weggeschossen illegal so dass sie wirklich gar nicht anders

00:07:26: konnte

00:07:27: als in diesen Überlebensmodus reinzukommen.

00:07:29: Ja es

00:07:30: ist natürlich tragisch und unterstreicht das was wir ohnehin wissen wenn man unkontrolliert einfach irgendwelche Rudeln reinschießt erhöht das die Wahrscheinlichkeit, dass sich die verbliebenen Tiere und Nutztiere halten.

00:07:44: Und keine... Gute Strategien, keine guten Traditionen einfahren sich an Wildtiere wie Reion Tiersche zu halten.

00:07:52: Das

00:07:52: stimmt allerdings ja.

00:07:53: um Wölfe ranken sich tatsächlich viele Mythen sehr hartnäckig und du hast ja es kürzlich wieder darüber auf Facebook geschrieben und einen Vortrag für den Verein Wölfer in Österreich gehalten.

00:08:04: in Innsbruck war das glaube ich.

00:08:05: da ging es auch um diese Mythen und einige der Mythen.

00:08:10: die nehmen wir uns heute einfach mal vor um den Leuten so bisschen Orientierung zu geben.

00:08:14: Das geschneiderte Antworten auf viele Fragen, die auf uns so einprasseln.

00:08:20: Dann lassen Sie uns gleich mit dem ersten Mythos beginnen, der sich hartnäckig hält und immer wieder gerade in den letzten Wochen aufgetischt wird?

00:08:27: Sind Wölfe für uns Menschen gefährlich?

00:08:31: Ich wollte noch kurz zu den Mythen sagen, die fallen ja nicht vom Himmel!

00:08:35: Ich sage das weil ich gerade heute eine fertige Masterarbeit eines Studenten der Uni Wien erhalten habe, betreut auch von Leuten vom Österreich-Zentrum der sich dafür interessiert hat wie das Bild des Wolfes sozusagen in der Öffentlichkeit ist und wie es zustande kommt.

00:08:54: Und dessen Analyse zeigt ganz klar dass sowohl die Medien als auch Landwirtschaft jagt und überhaupt öffentliche Personen, sprich Politik diese Mythen propagieren.

00:09:08: Nicht so sehr der Mythenwegen oder auch nicht zu sehr der Schäden wegen die Wölfe anrichten mögen sondern weil es sich da um unterschiedliche Sichtweisen und letztlich um einen Kulturkampf handelt.

00:09:21: also Wölfen sind wickelig unterschiedliche Weltsichten, sozusagen sich darüber auseinanderzusetzen und das geht hin bis zur Flinte.

00:09:32: Das ist eine ganz interessante Geschichte.

00:09:34: aber zurück zum Mythos.

00:09:36: Wölfe sein für Menschen gefährlich.

00:09:39: also ob das ein Mythos oder nicht hängt von den Umständen ab.

00:09:43: Ich darf daran erinnern, dass es zwei sogenannte Nina-Studien gibt von John Linnell und anderen zusammengestellt.

00:09:52: Eine Studie hat sich darum gekümmert wie ob es tatsächlich Wolfstote gab in den Jahrhunderten vor uns sozusagen ab dem dreißigjährigen Krieg Und die zweite Studie hatte sich dann angeschaut, wie das in den letzten zwanzig Jahren war mit Wolfsfeufeln auf der Welt.

00:10:11: Also zur historischen Studie tatsächlich gab es in Europa Tausende Wolfstote.

00:10:17: In jedem Jahrhundert bis etwa, bis ins neunzehnte Jahrhundert kann man sagen

00:10:21: auf

00:10:22: was sich hauptsächlich so erklärt dass es damals noch Tollwut gab.

00:10:26: das macht Wölfe nicht nur Wölfen auch Füchse aber das macht wölfe besonders gefährlich.

00:10:32: Zweitens war in den Wäldern nichts zu essen die waren im Wesentlichen leer geschossen und drittens hat man Und drittens gab es Kriegswirren und es lagen immer wieder menschliche Leichen in der Gegend herum.

00:10:43: Was natürlich ein willkommenes, ein gefundenes Fressen sozusagen für Wölfe und Goldgraben

00:10:48: war

00:10:49: was er nicht gerade sympathischer gemacht hat.

00:10:51: unter heutigen Bedingungen sind Wölfen so gut wie nicht gefährlich.

00:10:56: Wir hatten in den letzten Jahrzehnten in ganz Europa keinen einzigen tödlichen Vorfall.

00:11:05: Ich habe etwa vor drei Wochen sogar eine neue Studie für ein Journal begutachtet.

00:11:12: Darum darf ich auch noch nicht sagen, wer das ist aber kann ungefähr sagen was drinnen steht.

00:11:18: also die Kollegen haben sich sozusagen alles nachgeforscht was in den Medien und in der Mitteilungen in Europa über kritische Wolfsanährungen an Menschen zu finden war.

00:11:34: Sie haben dann von zwölf bis zwanzig insgesamt blieben, von den vielen Berichten tatsächlich an die dreißig Vorfälle über wo sich Wölfe in einer kritischen Weise sehr nahe an Menschen genähert haben.

00:11:53: Davon gab es also ... Von diesen dreizig Vorfällen gab's auch vier Bisvorfälle aber es gab keinen einzigen wirklich Schwerverletzten Und alle, aber wirklich ausnahmslos.

00:12:06: Alle diese Vorfälle waren mit Wölfen die entweder angefüttert wurden oder aber menschennah aufgezogen und dann nachher wieder ausgelassen.

00:12:15: Also unter diesen Umständen verlieren Wölfe die Distanz zu Menschen und dann wären sie gefährlich.

00:12:22: Allerdings nach zwanzig-zwanzig also in den letzten sechs Jahren gab es immer wieder Vorfällen.

00:12:26: Das heißt, wir hatten zum Beispiel Vorfälle vom Strand in Kalkidike von Rove Lube in Schottel-A in Holland und auch von einem Strand in Italien.

00:12:37: Immer wieder dieselbe Geschichte.

00:12:39: ein Wolf der durch Anfüttern die Distanz zu Menschen verliert interessiert sich dann allzu sehr für Menschen vor allem für Kinder und es sind dann vor allem Kinder, die dann zuerst mal gebissen werden.

00:12:52: meistens keine schwerwiegenden Bisvorfälle Und dann bleibt natürlich nichts anderes über als diesen Wolf sehr rasch zu entnehmen, also abzuschießen.

00:13:01: Aber noch einmal alle diese Fälle... Es gibt keinen einzigen bekannten Vorfall wo ein nicht angefütterter oder nicht von Menschen aufgezogener Wolf sowas verursacht hätte.

00:13:12: Das gibt sogar zwei neuere Studien internationale Papers vom Leuten das ich angeschaut haben ob man wirklich auf Wölfe schießen muss um sie auf Distanz zu halten.

00:13:24: Beiden Fällen und eine dieser Arbeiten ist sogar experimentell gelaufen durch Vorspielen von Menschenlauten an Wölfe in einem polnischen Park, also Wölfen die unter gewöhnlichen Obständen nicht beschossen werden.

00:13:39: Also die eigentlich nicht scheu sein dürften Und die haben ganz stark darauf reagiert.

00:13:45: Das heißt man kann das so zusammenfassen auch nicht beschossene Wölfe behalten, ihre natürliche Scheuer und Distanz zum Menschen.

00:13:53: Was allerdings nicht heißt dass sie nicht manchmal durch ein Dorf laufen oder an Menschen vorbeilaufen aber ohne sich dafür zu interessieren.

00:14:03: das heißt Sie habitieren also gewöhnen Sicht durchaus an Gebäude, an Straßen und dann solche ansonstige Strukturen die wir Menschen haben.

00:14:12: es bedeutet aber nicht in einer ungebührlichen oder gefährlichen Weise für uns interessieren würden.

00:14:19: Dass man auf Wölfe schießen muss, um sich scheut zu halten ist eindeutig ein

00:14:23: Jägermütter's.".

00:14:24: Das heißt der Hornes-Grindelwolf zum Beispiel jetzt mal wenn man den mal nimmt er hat ja nun im Prinzip seit Jahren gelernt dass so eine gewisse Nähe zur Menschen klar geht und wenn man sich dann auf ihn zubewegt dann rennt er weg.

00:14:38: wäre es bei diesem Wolf überhaupt noch möglich den zu vergreben also den wieder auf Abstand zu bringen?

00:14:45: Ja, das wäre ein Versuch wert.

00:14:46: Also Wölfe sind derart flexibel und derart individuell unterschiedlich, dass man das einfach versuchen müsste.

00:14:54: Sonst muss man das genau beachten und wenn er die Distanz verringert, dann muss man sich halt darauf einstellen.

00:15:00: Aber auch in diesem Fall sehr oft ... Das war auch in der holländischen Villuve letztes Jahr der Fall mit dem ... Wie heißt dieser

00:15:08: Wolf?

00:15:08: Brahm!

00:15:08: Der ist brahm.

00:15:09: Genau, den hat man so genannt.

00:15:12: Da waren es vor allem Leute, die gute Fotos von dem Wolf haben wollten und die den solange angefüttert mit Futter gelockt haben bis er eben die Distanz tatsächlich verloren hat.

00:15:23: Man konnte ihn aus nächster Nähe fotografieren was aber auch dazu führte dass er dann am Schluss sogar einen Knaben ins Gebüsch zerrte.

00:15:32: Gott sei Dank haben die Eltern richtig reagiert und haben ihm den Wolf wieder abgenommen Und den gibt es in der Zwischenzeit nicht mehr.

00:15:41: Also wenn sich Menschen, also die Grundregel im Zusammenleben mit Wölfen ist, die Wege von Mensch und Wolf möglichst getrennt halten.

00:15:49: Also den Wölfern nicht lachschleichen, nicht versuchen sie am Menschen zu gewöhnen damit man besseres Foto bekommt sondern wirklich getrennthalten und bei Begegnungen nicht übermäßig feindlich reagieren bitte.

00:16:02: Nichts, dass sie außenbauten mit dem Wolf teilen.

00:16:05: Das ist sicher keine gute

00:16:06: Idee.".

00:16:07: D.h.,

00:16:07: wenn Wölfe unsere Ortschaften streifen oder mal gesehen werden und die Nacht in irgendeiner Videokamera auftauchen, dann bedeutet das nicht automatisch wie es momentan, aber verkauft wird gerade in Österreich nur in der Schweiz Gefahr für die Menschen?

00:16:20: Sondern den ist das einfach normal!

00:16:22: Dass Wölfen einfach mal den Weg kreuzen, den wir auch nutzen.

00:16:26: –Wölfe sind relativ rationale Tiere d.h.

00:16:30: wenn die von A nach B Und manchmal haben sie ziemlich weite Strecken vorzugehen.

00:16:35: Wenn die von A nach B gehen, nutzen Sie meistens menschliche Verkehrswege wie Straßen und Eisenbahntrassen, was in den Ofen zum Verhängnis wird.

00:16:44: Da kann schon mal passieren, dass sie mitten durch ein Dorf laufen.

00:16:46: Das kann dann auch für den Wolf sehr unangenehm werden.

00:16:51: Man denke an den Wolf der sich da in Hamburg verlaufen hat.

00:16:56: Der hat sich nicht so verhalten, als wäre ihm das sonderlich angenehm jetzt durch Hamburgstraßen zu hirschen sozusagen.

00:17:03: Sondern der wollte einfach weg und raus.

00:17:07: Der

00:17:07: war im Panikmodus?

00:17:09: Ja, der war in Panik-Modus.

00:17:10: Und die Frau, die er verletzt hat ... Die versucht hat, ihm eine Tür aufzumachen.

00:17:18: aus diesem Einkaufszentrum ist immer noch nicht ganz klar, wer die verletzte hat mit dem Zahlen oder mit der Pfote.

00:17:25: Das war auf jeden Fall kein Angriff, sondern der wollte einfach da raus.

00:17:29: Wenig später haben die Polizei aus der Bühne ein Eis daraus geholt und da war er ja ziemlich hanzahm.

00:17:35: Der war froh, dass es endlich vorbei war.

00:17:37: Du musst

00:17:37: dir mal vorstellen, der Wolf ist freiwillig in die Alster gesprungen, in so einer großen Panik war der ...

00:17:42: Ja, der wollte ihn vorweg.

00:17:44: Er hat keinen Weg aus der Stadt gefunden.

00:17:46: Ähnliche Geschichte gibt's übrigens vor Jahren in Finnland, wo zwei Männer

00:17:50: an einem

00:17:51: zugefohrenen Teich vorbeifuhren.

00:17:54: Da war ein Hund eingebrochen, also haben sie mit einiger Vorsicht den Hund geborgen.

00:17:58: Haben ihn eingewickelt und zum Tierarzt gebracht.

00:18:01: Der war Lammformen, der Tierarzte hat gesagt ... Und übrigens ist das kein Hund, sondern ein Wolf!

00:18:07: Ausgewachsen?

00:18:10: Ja, die haben den Wolf vom Ertrinken gerettet und er hat sich in dieser Situation überhaupt nicht gewährt genauso wie dieser Hamburger Wolf.

00:18:18: Der hat sich dann retten lassen und hat sich wieder auf die Socken gemacht.

00:18:22: Also als Ehrenrettung für die Frau, die hat den Wolf ja auch für ein Hund gehalten.

00:18:26: Ja

00:18:26: eben, dachte ich mir.

00:18:29: Ganz ehrlich ... Ich kann nicht ausschließen, dass mir das passieren würde, weil wer erwartet schon einen Wolf in einem Einkaufszentrum?

00:18:35: Ja, aber ... Hör doch keinen

00:18:37: Schild umgehängt und wolf draufstehen!

00:18:40: Aber man sollte sich eben halt auch einem fremden Hund tendenziell ja nicht so nähern.

00:18:44: Na gut, wenn

00:18:45: der Hund in Not ist,

00:18:47: dann sollte

00:18:48: man schon was tun.

00:18:49: Also retten auf jeden Fall.

00:18:51: Aber auf jeden Fall, der hat sich wohl auch über ihn gebeugt und deswegen ist das ja dazu erst gekommen durch diese ungewöhnliche Nähe dass der Wolf sie verletzt hat.

00:18:58: Man hat ja haben wir ja auch eine extra Folge zu gemacht tatsächlich DNA gefunden in der Wunde der Frau aber es kann auch eben halt von dem Blut kommen was an der Foto war man wird's nie erfahren Solange die Frau sich nicht meldet.

00:19:11: War das

00:19:12: eine klare Geschichte von Abwehrverletzung?

00:19:14: Absolut, absolut!

00:19:16: Ich hoffe, dass es dem gut geht.

00:19:17: Der ist ja nun besendert wieder draußen aber das Sendersignal ist abgebrochen schon Ende Mai.

00:19:24: Man weiß es nicht

00:19:25: besser.

00:19:26: Manchmal tauchen dich ja wieder auf.

00:19:27: ich habe mir sagen lassen von Leuten, die da durchaus Erfahrung haben, dass so Senderwürfe dann durch keine Ahnung, durch ein Riss oder irgendwo wieder auftauchen plötzlich... ich hoffe das Beste.

00:19:37: Wir müssen noch mal auf den einen Mythos zu sprechen kommen, den hast du eben gerade schon angesprochen durch Abschüsse lernen Wölfe des menschliche Siedlungen und Tiere gefährlich sind.

00:19:45: Und da ist aktuell gerade... Da sind gerade Jagdfunktionäre wie Herr Dammann-Tanke hier in Deutschland die das immer wieder gerne als Rechtfertigung für Maximalforderungen wie Bestandsregulierungen hernehmen.

00:19:57: Und erst diese Woche ist wieder in Niedersachsen genauso ein Zitat gefallen, und zwar aus dem grünen Landwirtschaftsministerium.

00:20:04: Dort hieß es dann, wir möchten Nutztiere besser schützen, indem wir dafür sorgen, dass der Wolf wieder Angst vor den Menschen bekommt?

00:20:11: Das ist doch absurd oder nicht!

00:20:14: Ja, stimmt einfach nicht.

00:20:17: Wobei ich jetzt nicht behaupten möchte das regelmäßiges Beschießen von Wölfen die nicht scheuer macht.

00:20:22: Das kann schon sein aber sozusagen im Umkehrschluss zu behaupte Sie würden die Scheu von Menschen völlig verlieren, wenn man nicht auf sie schießt.

00:20:31: Das ist Unsinn!

00:20:32: Da gibt es in der Zwischenzeit ernstzunehmende wissenschaftliche Untersuchungen, die klar zeigen, dass dem nichts so ist.

00:20:39: Man sollte endlich aufhören solche Behauptungen aufzustellen.

00:20:43: Die dienen nur dazu... die Umgebung unter Angst zu halten.

00:20:49: Sehen wir doch dem bewaffneten Waldfrau, dass sie gelegentlich auf Wölfe schießen?

00:20:54: Die verhindern, dass uns der nächste Wölfer die Haare vom Kopf freist.

00:20:58: Das hört man immer wieder von Jägaren gerade.

00:21:00: Dass

00:21:03: er rechtfertigungsmütter ist und da kann man wirklich klar sagen, er stimmt nicht!

00:21:07: Aber dürfen wir den Jägarn unter diesen Umständen unserer Natur überhaupt anvertrauen wenn die unentwegt mit solchen falschen Informationen herkommen?

00:21:14: Ja, ich möchte jetzt nicht allzu jagdkritisch sein.

00:21:16: Aber es ist ja nicht nur auf dem Gebiet der Fall.

00:21:20: sozusagen die Idee das Jagd angewandter Naturschutz sei stimmt einfach nicht.

00:21:25: Jagd ist ein Wirtschaftszweig und ein Wirtschaftsfaktor aber mit Naturschurz hat das nur sehr mittelbar zu tun wobei ich nicht absteuern möchte dass manche Jäger viel tun für Habitatpflege wie dann zum Beispiel den Rauffußhühnern wie den Auerhähnen ermöglicht in gewissen Gebieten zu überleben, wobei man natürlich auch dazu sagen muss dass das nicht ganz uneigenlützig ist weil wir dann den Auerhorn abschießen wollen.

00:21:51: Das ist in Österreich immer noch erlaubt in Bayern ja schon längst eingestellt.

00:21:56: Zu Jagd wollte ich noch sagen es ist eigentlich der Grund Mythos der Jagd, dass in unserer Kulturlandschaft, wo die großen Beutegreifer fehlen sich daher des Schalen will.

00:22:08: also das ist bei uns Reh Hirsch Und Wildschwein vor allem in den Alpen auch die Gämsen entsprechend zu stark vermehren würde und daher müsste es von den Jägern reguliert werden.

00:22:21: Jetzt erstens, wenn man diesen Mythos schon so vertritt dann ist das eigentlich nicht einzusehen warum gleichzeitig dieselben Jäger Wölfe abschießen wollen.

00:22:33: so routinemäßig.

00:22:34: Sie sollten sich eher von den Wölfen helfen lassen.

00:22:37: und zweitens gibt es gar nicht wenig wissenschaftliche Evidenz, die die Auswirkung von menschlichen Jägern mit der Auswirkungen von Anwesenbeutegreifern auf Beute verglichen haben.

00:22:48: und alle diese Untersuchungen kommen zum Schluss.

00:22:52: ob das jetzt Nordamerika Indien oder Europa ist, alle diese Untersuchungen zeigen dass menschliche Heger keines wechseln jene Ökosystemservices bieten können, die Beutegreifer bieten.

00:23:05: Also menschliche Jäger können natürliche Beutigreifer nicht ersetzen.

00:23:12: Weil sie viel effektiver vorgehen bei ihrer Jagd?

00:23:16: Weil sie anders vorgehen, weil die Wölfe zum Beispiel junge alte Kranke schwache nehmen und andere Auslässe machen.

00:23:24: Bei uns in Mitteleuropa geht es den Jägern doch hauptsächlich um Trophäenjagd.

00:23:28: Ein anderer Auslese, Gedanke dahinter.

00:23:33: Du hast das Thema Kulturlandschaft eben schon kurz angesprochen.

00:23:36: Kulturlandschaft und Wolf.

00:23:37: auch ein Mythos?

00:23:38: Da heißt es immer, dass geht nicht!

00:23:40: Wölfe brauchen echte Wildnis und große unbebaute Flächen.

00:23:45: Ja, Wölfer brauchen das überhaupt nicht.

00:23:47: Wölfen zeigen uns ja seit Jahrzehnten ... dass sie mit der Kulturlandschaft in Mitteleuropa bestens zurechtkommen.

00:23:54: Das Problem ist nur, dass die Bewohner und die Bewirtschafter der Kulturlandschaft das man für Dienende immer dasselbe sagen kann.

00:24:01: Da steckt auch ein bisschen Florianiprinzip dahinter.

00:24:04: Natürlich haben wir im Mittel-Europa oder ich kann über Österreich reden wo ich es genau weiß Wir haben weniger als ein Prozent Wildnis in Österreich.

00:24:12: Der Rest ist bis auf die höchsten Alpengipfen rauf eigentlich Kulturlandschaft.

00:24:18: Das heißt, wenn wir Wildtiere haben wollen, dann müssen sie in der Kulturlandschaft haben.

00:24:25: Wenn wir dafür Reservate und Wildnis vorsehen würden, hätten wir keine Wildtieren.

00:24:30: Und das gilt natürlich auch für den Wolf.

00:24:32: Es ist ein bisschen Florianiprinzip dahinter, weil ich erinnere mich noch an die Aussagen vom Reinhard Messner zum Wolf ... Ja, ja, Wolf ist schon gut, aber doch nicht ins Südtirol.

00:24:44: Der gehört nach Sibirien?

00:24:45: Gott!

00:24:48: Natürlich wollen wir den Wolf schützen, aber doch bitte nicht bei uns.

00:24:52: Wobei man dazu sein muss, dass gerade in unserer Kulturlandschaft mit den notorisch zu hohen Populationen von Rehen rotirischen ... Also rotirische ist im Deutschland ein schwieriges Kapitel, aber Rehe und Wildschweine wobei die Population sind deswegen zu hoch, weil es mir nicht gefallen, sondern weil sie zum Beispiel den Waldumbau verhindern.

00:25:17: Momentan wäre es dringend notwendig, dass sich die Wälder rasch umbauen unter anderem durch Naturverjüngung.

00:25:23: Und das funktioniert in Gebieten mit so hohen Rätichten nicht, weil die Rehlein fressen gerne die Keimlinge der Laubräume weg und das was überbleibt ist bestenfalls die Fichte und die wollen wir eigentlich nicht mehr haben.

00:25:35: also das ist der Hintergrund.

00:25:37: Die Gesamtökologie verlangt geringere Dichten von diesem Schallenwild wie man so schön sagt Und da könnte Wolf dabei helfen.

00:25:48: Die Jagd hat genau den gegenteiligen Effekt, weil es immer mehr Jäger gibt, Freizeitjäger muss man sagen wird auch dieses Schalenwild immer mehr überhegt damit die eine Beschäftigung haben.

00:26:01: Wir können nicht sagen damit wir was zum schießen haben.

00:26:03: das ist oft gar nicht der Punkt sondern das verleiht dieser Zunft einfach die Bedeutung diese gerne

00:26:10: hatten.

00:26:11: Die Wölfe könnten also tatsächlich einen positiven Impact haben auf die Waldverjüngung.

00:26:16: Wenn man sie dann ließe, wenn wir in Ruhe ihre Arbeit machen ...

00:26:21: Wir leben gerade und deshalb muss ich ernst nehmen.

00:26:25: In einer Zeit, wo wir ernsthaft die Renaturierung angehen müssen.

00:26:29: Es gibt ja eine EU-Richtlinie dazu.

00:26:32: Bis ersten September müssen die EU-Staaten ihre Vorhaben nach Brüssel gemeldet haben.

00:26:37: Dazu zählt die Extenservierung der Landwirtschaft, die Wiedervernessung der More den Flüssen wieder mehr Raum zu geben.

00:26:44: Das heißt sozusagen mit dieser Renaturierung das dient ja nicht nur dazu, die Biodiversität zu unterstützen oder damit die Paar Wölfe, die bei uns Leben eine Freude haben sondern das ist ja gleichzeitig effiziente biogene Maßnahme sozusagen um gegenüber Schwemmungen gegen Dürren, gegen allzu große Hitze etc.

00:27:07: Und es ist eine wichtige Maßnahme, um zusätzlich CO-Zweih abzupuffern.

00:27:14: Eine wichtige Klimamaßnahme.

00:27:15: Das gehört alles zusammen und in diesem Zusammenhang braucht's wieder große Beutegreifer wie den Wolf nicht überall.

00:27:23: Der Wolf in der Wiener Innenstadt wird nicht wahnsinnig viel bringen aber da geht er eh nicht hin.

00:27:30: Geht auch kaum noch Berlin rein, wie ich gehört hab.

00:27:33: Aber

00:27:35: wenn man wirklich ... Das ist das Gebot der Stunde.

00:27:37: Die Wälder umbaut von Fichtenplantagen, die brechen ja eh von selber zusammen und brennen ab auf naturnahe Wälden, die dann auch die Klimaänderung sozusagen erhalten und zum Teil abrufern können.

00:27:52: Dann können wir uns durch den Wolf helfen lassen.

00:27:55: da gibt es ja auch entsprechende Ergebnisse aus Nordostdeutschland wo klar gezeigt wurde dass bei einigermaßen naturnahe Waldwirtschaft Wölfe, die Kosten der Waldbewirtschaft entsprechend senken können.

00:28:09: Weil einfach die Bewirtschaftung dieser Wälder leichter wird und weil Wölfen doch bis zum gewissen Grad das Verhalten von Pflanzenfressern wie diversen Hirscharten- und Rehen so lenken können, dass sich die Schäden minimieren.

00:28:25: Wenn man das im Kopf hört, dann bringt der Wolf auch ökonomisch mehr als er kostet.

00:28:33: Die Bordausenschafe, die im Jahr in der Mitteleuropa und den Wolf gehen sind natürlich zu viel.

00:28:40: Aber wenn man nur das im Kopf hat ist es komplett daneben.

00:28:43: Wenn man

00:28:43: die anderen

00:28:44: Ökosystemleistungen von Wölfen oder anderen Beutegreifen rechnet ... dann sind die eher im ökonomischen Plus, nicht nur im öko-logischen.

00:28:54: Dann lassen wir uns doch helfen von den Wölfen und großen Bordekreifern.

00:28:58: Sag ich doch!

00:29:00: Mal gucken ob das ankommt.

00:29:01: Es hält sich noch sehr eindrucksvoll.

00:29:04: ein weiterer Mythos?

00:29:05: Das kommt auch deswegen nicht an weil von den Medien nur immer die Totenschafe und verzweifelten Bauern transportiert werden.

00:29:13: aber die ökologischen Vorteile und die Ökosystemservices.

00:29:17: Das kommt auch bei den Medien schlicht und einfach nicht an, ne?

00:29:21: Man könnte ja diese Anzahl der Totenschafe auch noch verringern, wenn man die Präventionsmaßnahmen noch verstärken würde zum Beispiel.

00:29:28: Zum Beispiel!

00:29:31: Aber wir wissen das.

00:29:32: Hoffentlich kommt es bei den Leuten, die da diese Entscheidung fällen auch mal an.

00:29:35: Naja,

00:29:36: es ist so dass Wölfe sind gekommen um zu bleiben.

00:29:39: also ich weiß, dass du mir jetzt eine Frage stellen willst die da in die Richtung geht.

00:29:44: Aber stimmt es nicht, dass jeder Wolf ein Wolf weniger ist?

00:29:47: Der Schafi reist

00:29:48: ...

00:29:49: Natürlich!

00:29:50: Und würden wir die Wölfe wieder ganz ausraten, dann hätten wir das Problem und der Anführungszeichen überhaupt nicht mehr.

00:29:57: Aber das schließt sich politisch und ökologisch aus.

00:29:59: Es glaubt doch niemand, dass in Mitteleuropa trotz sich verschärfender Verfolgung jetzt Wölfen sich wieder ausratten lassen.

00:30:08: Erstens gibt's einen starken politischen Willen dagegen.

00:30:12: Die Mehrheit der Mitteleuropäer ist immer noch milde pro Wolf.

00:30:18: Das darf man nicht vergessen.

00:30:19: und zweitens, ist es technisch auch nicht ganz so einfach Wölfe wieder auszurotten Und ethisch ist das sowieso völlig daneben.

00:30:27: Also das bedeutet Auch in den Alpen, auch im Bayern wird man damit lernen müssen mit Wölfen zu leben.

00:30:38: Wenn man einen Wolf durchzieht und ein paar Schafe reißt, abschießt.

00:30:43: Das kann man schon machen aber der nächste Wolf kommt ganz bestimmt nicht.

00:30:46: Und wenn die Schafe dann wieder ungeschützt auf der Weide stehen, dann liegen heute nächsten Schafen.

00:30:52: Irgendwann wird man vielleicht durch Erfahrung lernen was geht und was nicht geht.

00:30:59: Ich habe nie gesagt, dass man nie und unter keinen Umständen auf Wölfe schießen darf.

00:31:03: Aber Schiessen als Routine-Maßnahme zur Regulation von Wolfspopulationen ist aus vielerlei Gründen einfach Wahnsinn!

00:31:11: Und bringt nix.

00:31:13: Man sollte langsam das Hirn einschalten, auch wenn es darum geht mit großen Beutegreifen zu leben.

00:31:21: In Bayern wird gerade darüber diskutierte Arbeiten die Behörden gerade am Management planen.

00:31:26: da geht's auch um diese sogenannten Weidezonen und da heißt es ja immer wieder dass Herdenschutz auf Almen nicht umsetzbar ist.

00:31:34: aber es gibt ja durchaus Erfahrungen aus Projekten und Studien die genau das widerlegen.

00:31:39: also das ist ja möglich seine Schafe auch in großen Höhen zuschützen oder?

00:31:44: Ja, natürlich.

00:31:45: Das macht man im Italienischsprachenteil der Südalben.

00:31:49: in Trentino zum Beispiel funktioniert das ganz gut die Bildung aus der Herden und die Behördung.

00:31:54: zum Teil funktioniert es in der Schweiz dort wo man sich das antun will.

00:31:59: Es gab auch vier Pilotprojekte die über einige Jahre gelaufen sind in Tirol Obwohl Tirolt sogar bei Landesregierung Beschluss beschlossen hat dass praktisch keine Alben in Tirol schützbar sei, haben die vier Pilotprojekte das Gegenteil gezeigt.

00:32:17: Also dort wo man behiertet hat mit Hunden und die Schafe geführt hat, hat man keine Schafe verloren und die waren auch gesünder, eine Schafe die einfach so auf der Alm stehen.

00:32:28: also es geht wenn wir will... Der Aufwand ist natürlich groß, das ist eine Kulturtechnik die man wieder lernen muss Und Hirten kosten Geld, Hunde kosten natürlich auch Geld.

00:32:40: Das darf man nicht vergessen.

00:32:41: aber man muss sich entscheiden, wollen wir weide Wirtschaft in den Almgebieten dann müssen wir das wieder ins Auge fassen.

00:32:48: Es gab ja viele Gebiete in Europa wo Wölfe nicht weg waren und wo man trotzdem Schafwirtschaft betrieben hat.

00:32:55: ob es am Balkan war oder in den Kabaten ist das bis heute so und da sieht man einfach keine Schafherden ohne Hirte und ohne Hund.

00:33:03: Und daran wird man sich wieder gewöhnen müssen, nicht?

00:33:06: Das ist ein politischer Aushandlungsprozess.

00:33:08: aber wenn man es nicht tut sozusagen... Die Alternative wird jetzt in Österreich versucht, wo man in Kärnten und in Tirol besonders seit einigen Jahren versucht den Wolf ausgerottet zu halten indem er buchstäblich jeden Wolf, der die Grenze überschreitet abschießt.

00:33:26: Das sollte man wissen bevor wir übrigens an Urlaub in Kernten plant.

00:33:30: das ist eines der schlimmsten Gebiete in Mitteleuropa was das Kielen von geschützten Wildtieren betrifft.

00:33:37: Das kann man bis zu einem gewissen Grad machen, aber man kriegt sogar unter diesen Bedingungen es nicht hin.

00:33:45: Wir sind Bayern eine weite Zone zu schaffen die Wolfsfrei ist weil der nächste Wolf kommt wie gesagt ganz bestimmt und wenn das ein junger wandern der wolf ist er versucht irgendwo in einer Partnerin einen Partner zu finden dann macht er das möglichst unauffällig und vergreift sie mit einiger Wahrscheinlichkeit wieder an ungeschützten Schafen.

00:34:09: Also den Weidetierhaltern vorzugaukeln, dass man so in einer rigorosen Abschlusspolitik die Weitetiere schützen kann – es ist eigentlich nicht totale Irreführung, man lässt sie im Regen stehen bzw.

00:34:23: nicht im Regensandern Dürre, wie es jetzt in Österreich ausschaut wird das Vieh zum Teil schon von den Almen genommen.

00:34:32: Weil nicht weil der Wolf da oben umgeht sondern weil's nicht geregnet hat und einfach kein Futter für die Tiere mehr wächst.

00:34:41: wenn man die ganzen Probleme der Weidetierhaltung besonders in den Alpen sich vor Augen führt, dann kommt man zum Schluss, dass der Wolfen auch das geringste Problem ist.

00:34:52: Ich habe gerade gelesen, dass in diesem Jahr, im Jahr zwanzig sechsundzwanzig in Österreich bis jetzt bis Anfang August mindestens vierundzwantig Wölfe behördlich getötet wurden.

00:35:01: Das ist mehr als im gesamten Vorjahr,

00:35:03: d.h.,

00:35:04: die Tendenz ist wirklich stark steigend und das übrigens bei einer Gesamtpopulation von ... ich glaube letztes Jahr war das, ne?

00:35:12: Zwanzig fünfundzwanzig von einhundert-einundzwansig genetisch nachgewiesenen Wölfen.

00:35:16: Das waren genetisch nachgewissene Wölfe, das heißt wahrscheinlich gab es ein paar mehr.

00:35:21: Aber die Fakt ist dass man diese Wölife ein Jahr später nicht mehr nachweist.

00:35:26: Die Zahlen die du genannt hast in den letzten drei Jahren wurden in Österreich vor allem in Kärnten offiziell an die Achtzig-Wölfe abgeschossen Und wir wollen gar nicht wissen, was an illegalen Abschüssen erfolgt ist.

00:35:40: Die legalen Abschlussmöglichkeiten haben die Schleusen für den illegalen Abschuss geöffnet.

00:35:46: Tatsächlich... Das ist keine Ausrottungspolitik, sondern man verfolgt einfach die Politik, den Wolf ausgerottet zu halten.

00:35:54: Das sind lauter Wölfe, die vor allem aus Italien und der Schweiz oder sonst reinwandern.

00:35:59: Und die wird dann abschießen.

00:36:01: Es ist eigentlich als Fehlerlei Gründen.

00:36:04: völlig indiskutabel und das wird das Problem auch nicht lösen.

00:36:09: Man hat sich von Seiten des Mainstreams, der Landwirtschaft und der Politik in diese Gasse vorhanden und man findet da jetzt nicht mehr raus.

00:36:20: Und ich warne davor dass Deutschland sich ein Beispiel an Österreich nimmt.

00:36:25: also es ist nicht die Art und Weise wie wir nachhaltig miteinander zurechtkommen werden.

00:36:32: Es heißt ja immer, dass die Wölfe sich unkontrolliert vermehren.

00:36:36: Das heißt es muss eingegriffen werden.

00:36:37: das heißt ist auch bei uns in Deutschland seitens der Jagdverbände wir müssen die Bestände regulieren weil sie sich sonst unkonstrolliert vermehren.

00:36:45: das ist ja auch ein Mütterst.

00:36:47: Also Wölfen sind keine Rehe Die haben eine ganz andere soziale Organisation.

00:36:54: Das stimmt, dass Wölfe, wenn man von den bestehenden Rudeln ausgeht, der hohe Vermehrungsrate haben potenziell bis zu dreißig Prozent im Jahr.

00:37:03: Da ist aber noch nicht berücksichtigt das natürlich Jungwölfe im ersten Lebensjahr hohe Mortalität haben.

00:37:09: also die dreizig Prozent Vermehmungsrate erreichen sie nie.

00:37:12: andererseits sozusagen haben Wölfen etwas was wir Was man dichte, abhängige Regulation nennt.

00:37:20: Das heißt die Rudel besetzen ja ein Territorium also etwa... Bei mittlerer Nahrungsdichte etwa von sechs Wölfen auf dreihundert Quadratkilometer ausgehen.

00:37:30: Und diese dreihundert Quadrat Kilometer werden von der Rudel verteidigt,

00:37:33: d.h.,

00:37:34: das nächste Rudel wird auf Distanz gehalten und Durchwanderer werden im Wesentlichen abgehalten.

00:37:41: D.h.

00:37:41: dass es für Durchwonderer sehr gefährlich da reinzugehen, weil die Wahrscheinlichkeit, dass sie vom Rudel aufgenommen wird gering ist – gibt's auch aber ist gering!

00:37:50: Die Wahrscheinlichheit ist viel größer, dass Sie zu Tode kommen.

00:37:53: Das ist eine hohe Vermehrungsgrade bewirkt, dass sich Wölfe relativ rasch in die Fläche verbreiten.

00:37:59: Das sehen wir in Europa und vor zehn Jahren gab es kein Rudel in Holland.

00:38:04: Jetzt sind's um die Zehen oder so.

00:38:06: Da sind schon wieder mehr geworden in der Velube

00:38:08: v.a.,

00:38:10: aber lokale Wolfstichten bleiben dann auf diesem Wert stehen.

00:38:16: Und man sollte jetzt nicht davor fürchten, sondern man sollte auch Rudelbildung setzen.

00:38:21: Man sollte die Rudeln nicht stören Man sollte sie mit einem guten Herdenschutz konfrontieren.

00:38:25: Dann hat man Effekt, dass die Wölfe lernen, dass scharfe und andere Weidetiere keine leichte Beute sind.

00:38:33: Und dann bilden sich Traditionen raus, dass sie hauptsächlich von den ohnehin sehr häufigen Wildtieren wie Rehen leben.

00:38:42: Das wollen wir eigentlich nicht.

00:38:45: Die Wolfstichten, also diese Sexwölfe pro dreihundert Quadratkilometer reichen auch nicht aus um etwa Rehe auszuräuten.

00:38:54: Also dafür sind es wieder viel zu wenige Wölfe, das heißt wenn jetzt die Jagd sagt wir müssen dieses unkontrollierte ... Das ist ein sehr verretterisches Wort, ne?

00:39:05: Weil die ganze Natur ist unkontolierbar also müssen wir Menschen sie kontrollieren.

00:39:10: Dieses unkonstruierte Wachstum von der Jagd beschränkt werden indem man eben Jungwölfe abschießt zum Beispiel dann führt das dazu, dass man Rudelsstrukturen stört.

00:39:21: In der Schweiz hat man versucht relativ rational zu machen also zum Beispiel einen Anteil der Jungwölfe die jedes Jahr einem Rudel entspringen abzuschießen.

00:39:33: Das Problem ist nur, dass der Wolf kein Marshall hat.

00:39:37: Das heißt was wir in der Schweiz dann wirklich produzieren ist im Massenweis Abschuss von Eltern-Tieren.

00:39:43: Das heisst man zerstört.

00:39:44: in der schweiz Der Vorsatz war ja löblich.

00:39:49: Man nimmt nur ein paar Jungtiere und das Rudel wird geschont, aber es klappt nicht!

00:39:54: Und in dem Moment wo man die Rudelsstruktur zerstört hat man automatisch den Effekt.

00:39:59: auch dafür gibt's gute wissenschaftliche Daten dass die Verluste an Weidetieren steigen also ist ein bisschen kontraproduktiv.

00:40:06: aber wenn wir einfach Angenommen, man beschließt, man nimmt die Jahresreproduktionsquote weg.

00:40:12: Das heißt wir schießen in einem bestimmten Gebiet zwanzig Prozent der Wölfe jedes Jahr ab.

00:40:19: Was passiert ist es bilden sich nie stabile Rudeln und nie entsprechende Traditionen und die weitestige Verluste bleiben immer hoch.

00:40:27: ein Beispiel dafür ist übrigens Frankreich da wo man das seit seit Jahren praktiziert.

00:40:33: In der Zwischenzeit gibt's wesentlich mehr als tausend Wölfen in Frankreich.

00:40:36: Man schießt mindestens zehn Prozent pro Jahr davon ab.

00:40:39: Und man hat aber ziemlich hohe Verluste an Weidetieren, also das bringt nichts.

00:40:44: Das ist einfach eine sehr uninformierte Strategie und beruht auf diesem Hausverstand.

00:40:51: Schluss.

00:40:51: Wenn ich einen Teil der Wölfe abschiesse, habe ich weniger Druck auf die Weitetiere.

00:40:56: und genau da stimmt nicht!

00:40:58: Klingt aber logisch für Leute, die sich nicht auskennen.

00:41:00: Die wollen das gerne glauben und die lassen sich in das Licht führen.

00:41:04: Das ist natürlich auch schade, dass man da mit der Gutgläubigkeit der Menschen so spielt.

00:41:10: Das kommt ja häufig aus Jägarkreisen.

00:41:11: genau dieses Argument.

00:41:13: Kommt aus Jegerkreisen.

00:41:14: wir müssen den Bestand kleinhalten damit wir weniger Risse haben wie du sagst wissenschaftlich längst widerlegt Und ich hoffe, dass das irgendwann mal bei ganz vielen Leuten ankommt.

00:41:23: Dass wir alle begreifen, dass es genau andersrum ist.

00:41:26: Ich bin keiner der sagt man darf nie auf Wölfe schießen.

00:41:28: Das kann aus guten Gründen sein, was ich sage in dem Gebiet will jetzt keine Wölfte zum Beispiel in der Vorstadt von irgendwo.

00:41:38: Aber dann schieße ich nicht einfach so ohne Unterscheidung auf irgendwelche Wölte und wie schmeißt das die falschen Unteranführungszeichen?

00:41:45: Sondern wenn das wirklich nötig ist, dann müsste man ganze Rudel rausnehmen.

00:41:50: Das weiß man auch nicht schön.

00:41:53: Aber das kann man unter Umständen machen.

00:41:56: Aber es ist aber nichts für Hobbyjäger?

00:41:59: Das ist absolut nichts

00:42:01: richtig!

00:42:02: Weil da muss man schon wissen wie's geht.

00:42:05: Jäger sollte ansprechen können worauf er schießt und wenn er nicht weiss ob das jetzt Der Rüde ist das Weibchen oder ein Jungwolf, dann sollte er bitte nicht darauf schießen.

00:42:15: Also zumindest in Deutschland hat der Wolf bisher nicht stattgefunden, in der Ausbildung der Jägerinnen und Jägers.

00:42:20: Und von daher denke ich mal haben die sich auch ganz schön viel vorgenommen hier wenn sie jetzt glauben Sie können und werden Wölfe schießen abgesehen davon dass das ja immer noch rechtswidrig ist in Deutschland.

00:42:30: es ist auch schwer umzusetzen und wir sehen ja auch das ist ja die Erfahrung der ersten Wochen unter dem neuen Bundesjagd gesetzt dass es eben halt viele jäger gibt die sagen sie machen da einfach auch nicht mit

00:42:43: Es ist sauber überhaupt nicht umzusetzen.

00:42:45: Das heißt, man macht damit mehr Schaden als Nutzen und kann sich aber dann als großer Wolfsjäger profilieren.

00:42:51: Das ist ja sozusagen sehr gut für das Majo-Image, wenn man sich mit einem toten Wolf präsentiert.

00:42:57: Die glauben wir auch noch, sie dürfen die behalten und ausstopfen lassen?

00:43:02: In Österreich ist es so ... Weiteres kann Wahl am Rande.

00:43:08: Die Abschlussverordnungen der Bundesländer sehen vor, dass sich der Schütze den Wolf behalten darf.

00:43:14: Das heißt wir haben es in Österreich mit gratis Trophäenjagd auf geschützte Wildtiere zu tun und das ist völlig inakzeptabel.

00:43:24: Aber es scheint dem meisten egal zu sein.

00:43:27: Ich hoffe, dass wir das hier in Deutschland eingefangen kriegen.

00:43:30: So erste Ansätze gab es ja auch schon, dass Jäger Wölfe behalten wollten aber da wird jetzt zumindest ermittelt die Staatsanwaltschaft schon in einem Fall.

00:43:37: In Deutschland ist mit zum Teil etwas rationaler und vor allem etwas besonders... Ich rede jetzt nicht über Bayern, sondern eher über die nördlichen Bundesländer Deutschlands mit protestantischem Kulturhintergrund.

00:43:52: Wo man gesetzliche Bestimmungen zum Teil noch für verbindlich erachtet sogar wenn es um den Wolf geht.

00:44:00: in Österreich und in Bayern scheint man sich nicht besonders darum zu

00:44:04: kommen.

00:44:05: Niedersachsen ist momentan auf einem nicht so schönen Weg hast du vielleicht mitbekommen.

00:44:10: Da ist man jetzt ja gerade dabei, diese Schnellabschlussverfügungen sechs Wochen geheim zu halten aus Shady Gründen.

00:44:16: da ist die Rede von Sicherheit für die Jagdausübungsberechtigten und davon dass die Abschüsse effizient und ohne Störung durchgeführt werden

00:44:23: sollen?

00:44:24: Das ist niedersachsen protestantisch!

00:44:28: Und das geht zum Beispiel auch nicht weil dieses zurückhaltend von Informationen eigentlich am demokratischen System komplett widerspricht.

00:44:38: Ja und es gibt jetzt auch so vermehrt, liest man das ein bisschen in den Kommentarspalten?

00:44:42: Dass jetzt die Nimi-Mis so sprechen nach dem Motto hätten die Verbände nicht alle Abschlussverfügungen weggeklagt dann bräuchte es sowas nicht.

00:44:52: Das ist ganz kleiner Reminder!

00:44:53: Es gibt Gesetze in einem Rechtsstaat und sie sind nicht verhandelbar und ich möchte bitte darauf Wert legen und das geht adressiert an all die Menschen und dazu jetzt auch gerade bei Facebook und so geäußert haben, Gesetze sind Gesetzer.

00:45:06: Daran wird sich gehalten.

00:45:07: das gilt auch für Niedersachsen und es hat nichts mit den Verbänden zu tun.

00:45:10: wenn die Verbände Abschlussverfügungen einkassiert haben lassen durch Gerichte dann aus gutem Grund weil sie rechtswidrig waren Und das muss einfach in die Köpfe rein.

00:45:21: und da finde ich ist es unsere Pflicht diese Sachen vor Gericht zu bringen.

00:45:26: Ja und ein K-Wert noch Wissenschaftliche Evidenz zeigt, dass die Möglichkeit Wölfe und andere Wildtiere legal abzuschießen.

00:45:38: Nicht etwa die illegalen Abschüsse zurückdrängt, sondern im Gegenteil die illegale Abschüße nachzieht.

00:45:46: Das heißt wenn Wölfen offiziell abgeschossen werden dürfen dann werden auch mehr Wölfer als vorher illegal abgeschossene.

00:45:53: Das darf man nicht vergessen!

00:45:55: Ja, darüber haben wir in diesem Podcast auch schon mal gesprochen.

00:45:57: Schön, dass du das noch einmal erwähnst – ganz wichtig!

00:45:59: Dass natürlich die illegalen Abschüsse da nach oben drauf gerechnet werden müssen und von den Allerwenigsten werden wir ja je erfahren... Ein weiterer Mythos, der gerade neu aufgekommen ist.

00:46:12: Da geht es um das Thema Wolf und Wissenschaft.

00:46:15: Und da gab es zuletzt ein großes Missverständnis.

00:46:17: Du hast darüber auch geschrieben bei Facebook zum Thema Wolf.

00:46:21: Laut dem bekannten italienischen Wolfsforscher Luigi Boitani reichen für ganz Deutschland zwei Rudel, um die Art nicht zu gefährden.

00:46:28: Demzufolge würde für Österreich maximal einen Rudel reichen, damit die art nicht ausgerottet wird.

00:46:33: Die kam es zu diesem Narrativ!

00:46:35: Das hat irgendjemand behauptet auf den unsozialen Medien.

00:46:41: Das hat Lujibutani mit Sicherheit gesagt!

00:46:44: Okay, also das können wir so festhalten?

00:46:46: Das hat er nicht

00:46:46: gesagt?!

00:46:48: Nein, der ist Teil dieser großen, Big Brother Group, dieser großen Europäischen.

00:46:54: und wenn man die fragt dann ist die Mindestzahl der Rudel für den österreichischen Alpenraum sozusagen die untere Grenze für den guten Erhaltungszustand, den wir ja vertraglich erreichen müssten sind mindestens vierzig Rudeln.

00:47:11: Also das Botanie gesagt hätte zwei Rudel in Deutschland oder so endlich... Das schließe ich mal aus!

00:47:18: Es gibt noch ein weiteres Narrativ, das sich hartnäckig hält.

00:47:21: Ich weiß nicht wie oft du damit konfrontiert wirst.

00:47:24: ich sehr oft.

00:47:25: und zwar unterstellt man uns Wolfsschützer und Wolfsfreunden dass wir damit Geld verdienen also dass man mit dem Wolf richtig gut Geld verdient.

00:47:33: Das ist eine Unterstellung die man den Naturschutz allgemein immer wieder macht was natürlich auch Unsinn ist, weil ich kenne nur Leute die sich engagieren, die ihre Zeit und zum Teil auch ihre Mittel da reinbuttern.

00:47:48: Und ich kenn noch niemanden der mit Wildtierschutz wirklich reich geworden wäre.

00:47:53: Das NGOs wie zum Beispiel die Gesellschaft zum Schutz der Wölfe oder auch der WWF oder sonstige NGOs darauf angewiesen sind, Spenden zu lukrieren.

00:48:05: Das ist schon klar!

00:48:06: Aber diese Spendendienen hier nicht dazu dass einzelne Leute reich werden sondern das man sich als Anwalt der verfeuchten Wildtiere generieren kann sprich dass man entsprechende Rechtsverfahren finanzieren kann, dass man Leute unterstützt.

00:48:24: Um da hinzufahren und dorthin zu fahren sich das anzuschauen, dass wir Monitoring unterstützt also dazu unterstellen Tierschutz beziehungsweise Artenschutz wie ein Geschäftsmodell ist schlicht und einfach infam und dient nur dazu diese leute zu diffamieren.

00:48:44: ja kurz ich danke dir an dieser stelle für dieses wirklich klare und wissenschaftlich fundierte Gespräch, das hoffentlich viel Licht ins Dunkel bringt.

00:48:54: Und vielen Leuten ein Lichtlein aufgehen lässt.

00:48:57: Weil irgendwie gefühlt hat es in der letzten Zeit wieder stark zugenommen mit den ganzen Folgenformationen?

00:49:04: Wie gesagt man sollte vor allem im Kopf behalten dass es vermutlich gar nicht so viel bringen darf jeden diesen einzelnen Mythos immer wieder sachlich zu antworten weil diese Mythen sozusagen einem Teil eines Glaubenskampfs sind.

00:49:19: D.h.,

00:49:19: man muss eher an den Weltanschauungen arbeiten, man muss am Respekt ... Man muss schauen, dass mehr Respekt vor der Natur besteht etc.

00:49:28: In dem Zusammenhang hätte ich übrigens noch einen Buch-Tipp.

00:49:32: Oh ja!

00:49:32: Bitte?

00:49:33: Es ist gerade gekommen, es war Adam

00:49:37: Weimar's

00:49:38: ein englischer Nature-Witer, der uns sogar zwanzig, dreirundzwanzig besucht hat in Ernst Brunn vorbei geschaut hat Und der ist dann über die österreichische Grenze, über Kärnten, über Italien wieder zurück ins östliche Oberitalien und hat dort eine Familie gegründet.

00:50:07: Und da Adam hat sich dem Mühe gemacht den gesamten Weg dieses Wolfes nachzuwandern und er hat mit allen Leuten gesprochen, die er getroffen hat.

00:50:17: Hat zum Teil bei den Bauern, bei den Schäfern etc.

00:50:20: gewohnt gelebt und hat eines der sensibelsten und schönsten Bücher zum Wolf geschrieben, die ich je gelesen habe – und zwar auch weil jene Leute, Hassen beziehungsweise den Wolf loswerden will, nicht einfach beschimpft sondern weil er zu Wort kommen lässt und weil man sogar für die Leute ein bisschen Verständnis erwirbt.

00:50:43: Das heißt ich denke es ist ein Buch das wirklich bewirken kann dass man ein bisschen mehr verständnis füreinander entwickelt ohne dass man jetzt den Standpunkt des anderen einnehmen

00:50:54: müssen.

00:50:55: Wir verlinken dieses Buch bitte in den Show Notes, ganz wichtig schick mir denn bitte den Link dazu weil...

00:51:01: Ich schicke dir den Link da!

00:51:02: Da bin ich super gespannt drauf und ich verlinke in den show notes auch noch weitere seriöse Fachliteratur zum Thema.

00:51:09: und für alle die tiefer einsteigen wollen ich empfehle euch auch Kurt Quotraschals Bücher der Wolf und wir und warum Hunde uns zu besseren Menschen machen.

00:51:18: diese beiden Bücher verlinken wir natürlich auch.

00:51:22: Wie immer, wenn euch diese Folge geholfen hat.

00:51:24: Die Debatte etwas nüchternder zu sehen, gebt sie gerne weiter an Leute die noch im Mythos dick riecht stecken und an solche, die es längst wissen aber immer wieder vergessen.

00:51:34: also liked teilt abonniert und kommentiert bitte den Wolfspodcast.

00:51:37: das hilft uns ungemein bei unserer Arbeit.

00:51:40: kurz wir haben viel zu tun weiterhin und ich danke dir dass du dir die Zeit genommen hast obwohl du sehr viel um die Ohren hast und sehr engagiert bist.

00:51:50: Trotzdem, tausend Dank für die Zeit, die du dir immer wieder nimmst für den Wolfspotcast!

00:51:53: Ich weiß das maximal zu schätzen und die Hörerinnen und Hörern auch.

00:51:57: also tausenden

00:51:58: Dank.

00:51:58: Ja danke dir für das

00:51:59: schöne Gespräch.

00:52:00: Und bis zum nächsten Mal, ciao!

00:52:04: Das

00:52:05: war der Wolfspottcast für

00:52:06: heute.

00:52:07: Danke

00:52:07: fürs Zuhören.

00:52:08: Für Fragen oder Anmerkungen schickt uns eine Mail an infoatderwolfspotcas.de.

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