91: Wolfsmanagement in Deutschland

Shownotes

Wolfsmanagement – nicht nur ein Verwaltungsvorgang sondern die Grundlage für die Koexistenz von Mensch und Wolf. In dieser Episode vom Wolfspodcast geht es um die Frage, was „Wölfe managen“ in Deutschland ganz konkret bedeutet. Wie geht man mit Wölfen um, wenn sie Menschen zu nah kommen oder aber regelmäßig wolfabweisenden Herdenschutz überwinden? Von Besenderung über Vergrämung bis hin zur "letalen Entnahme", wie die letzte aller Möglichkeiten im Amtsdeutsch heißt. Sabine spricht in dieser Folge wieder mit Naturfilmer und Biologe Sebastian Koerner, der seit vielen Jahren mit wildlebenden Wölfen arbeitet und zahlreiche Fälle aus eigener Erfahrung kennt. Anhand aktueller Beispiele wie dem Wolf von der Hornisgrinde, den Abschussgenehmigungen in Cuxhaven und der Uckermark geht es darum, wann aus einem Wolf ein Problemwolf" wird – und ob vorher alle milderen Mittel und Herdenschutzmaßnahmen ausgeschöpft wurden. Im Fokus stehen natürlich auch wieder die aktuelle Wolfspolitik der Bundesregierung und das geplante Bundesjagdgesetz, das die Bejagung von Wölfen erleichtern soll und seit Monaten von Naturschutzverbänden, Wissenschaftlern und engagierten Juristen diskutiert wird. Sebastian warnt: Allein die Debatte um den Abschuss von Wölfen kann die illegale Jagd befeuern – während Politik und Justiz oft wegschauen, statt konsequent zu ermitteln. Ein Gespräch über die Biologie unserer Wölfe, Respekt vor der Wissenschaft – und die Frage, warum die Jagdfunktionäre und Regierungspolitiker sich den Fakten so rigoros verweigern. Für die Zukunft des Honrisgrinde-Wolfs bringt Sebastian eine zündende Idee mit. Jetzt müssen nur noch die Behörden mitspielen….

Der Wolfspodcast ist eine Produktion von Sabine Sebald

Der Podcast wird ehrenamtlich aus eigenen Mitteln produziert und finanziert. Er richtet sich gegen Falschinformationen und arbeitet auf Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse und sorgfältig recherchierter Fakten. Es entstehen Kosten für die redaktionelle Arbeit, den Hoster, das webbasierte Aufnahmetool, Studiotechnik, Technikdienstleister sowie Marketing (Flyer & Co.).

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Redaktion: Sabine Sebald

Technik und Produktion: Thomas Ganswindt

Cover-Design und Foto: Matthias Kays

Sprecher: Steffen Schambach

Hier ist der direkte Link zur Vollversion des Films „Wölfe und Menschen – Wege zur Koexistenz“ von Sebastian Koerner (lupovision):

https://www.youtube.com/watch?v=R7QbQdY_Bn0

Wolfsmanagement in Deutschland:

https://www.dbb-wolf.de/Wolfsmanagement/wolfsmanagement

Das LUPUS-Institut für Wolfsmonitoring und -forschung berät Behörden zu Wolfsverhalten und Monitoring und ist Partner der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW):

https://www.lupus-institut.de/%C3%9Cberuns/aufgaben.html

Die Empfehlungen zum Umgang mit auffälligen Wölfen gibt es als pdf (Link bitte kopieren und in die Taskleiste einfügen):

https://www.wolfcenter.de/wp-content/uploads/2019/03/PDFBfNSkript476EmpfehlungenzumUmgangmitauff%C3%A4lligen_W%C3%B6lfen.pdf

Kritik an der Staatsregierung: Wo sind Bayerns Wölfe?:

https://www.stern.de/gesellschaft/regional/bayern/kritik-an-der-staatsregierung--wo-sind-bayerns-woelfe--37243148.html

Die sächsische Landesregierung hat kürzlich zu Problemen mit Wölfen in Siedlungsgebieten Stellung genommen, insbesondere im Zusammenhang mit Futterquellen wie Komposthaufen. Behörden warnen davor, Wölfe durch Essensreste oder Anfüttern anzulocken, da dies zu gefährlichen Nahbegegnungen führt – Bußgelder bis 1.000 Euro drohen:

https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen/bautzen/audio-woelfe-fuettern-verbot-100.html

https://www.kreis-goerlitz.de/Aktuelles/Woelfe-in-Sachsen.html

Jedes Jahr sterben deutschlandweit im Schnitt rund 3,3 Personen aufgrund von Hundebissen:

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/157643/umfrage/todesfaelle-durch-hundebisse-nach-bundeslaendern/

Kommentare (3)

Udo Zimmermann

:-) 😀 letzte PS dazu: Noch ein Nachtrag :-) Das BfN erhielt eine Auszeichnung....mit der Folge, dass in den Kommentaren darunter Shitstorm wäre übertrieben , aber es wurde protestiert....auch von mir: Ich kann mich hier nur zahlreichen Kommentaren anschließen Bundesamt für Naturschutz BfN .... Glückwunsch meinerseits NEIN. Es ist für mich skandalös wie die jetzige Bundesregierung den Wolf mit einem günstigen Erhaltungszustand nach Brüssel gemeldet hat und damit Ihnen und Ihren Erkenntnissen nicht gefolgt ist. Statt dessen wurden Zahlen manipuliert, der günstige Erhaltungszustand herbeigezaubert und herbeigelogen. Auf Druck der Konservativen samt Bundeslandwirtschaftsministerium, mit Zugeständnis des Umweltministeriums durch Hr Schneider, durchgeführt durch Hr Flasbarth. Und das Bundesamt für Naturschutz erhielt einen Maulkorb. Schade dass da keiner den Mut hatte, sich dem zu widersetzen und diesen vorsätzlichen Betrug öffentlich gemacht hat. Heraus kam es trotzdem und ich hoffe Klagen dagegen werden Erfolg haben. Und dieser Betrug muss an die breite Öffentlichkeit gerichtet werden. Dies war der Beitrag des BfN https://www.facebook.com/share/p/17TF1rT9pH/ Und dies die Antwort des BfN auf meinen und andere Kommentare: Wir verstehen, wenn dieses Thema hitzige Diskussionen auslöst, würden jedoch alle bitten, in den Kommentaren sachlich zu bleiben. Einige Fakten müssen wir richtigstellen: Das BfN fälscht keine Zahlen zum Wolfsmonitoring. Die Daten für das Wolfsmonitoring werden nicht durch das BfN erhoben. Die Zuständigkeit für das Wolfsmonitoring und -management liegt bei den Bundesländern. Der Erhaltungszustand des Wolfs in der atlantischen und in der kontinentalen biogeographischen Region wurde im Juli bzw. Oktober 2025 von der Bundesregierung als „günstig“ an die EU-Kommission übermittelt. Grundlage für die Meldung ist eine Empfehlung einer Mehrheit der Länder, die sich zuvor in einer Bund-Länder-Arbeitsgruppe zum Wolf beraten und dabei auch aktuelle Bestandsdaten herangezogen hatten. Weitere Fragen werden auf unserer Seite beantwortet: https://www.bfn.de/haeufig-gefragt-wolf Ich habe darauf reagiert und dem BfN gesagt, dass ich nicht behauptet habe, dass sie Daten gefälscht/ manipuliert haben. Und es Fakt ist dass das BfN den Erhaltungszustand als " nicht günstig" erklärt hat. Und daraufhin seitens des Umweltministeriums der Erhaltungszustand als nicht bekannt und anschließend als günstig gemeldet wurde ohne dass die Datenlage sich in diesem Zeitraum wesentlich geändert hat. Darauf bisher keine Antwort Zusatz zur SPD: auch meine Erfahrung ist die, dass sich Mitglieder/Abgeordnete in Bund, Länder/Gemeinden sich offen zeigten für Kritik am wolfsjagdgesetz . Aber offenbar ist der Fraktionszwang so hoch dass man nicht dagegen wirken möchte. Das kenne ich so auch nur von den Konservativen und "Liberalen ", das war bei den Sozis mal ganz anders

Udo Zimmermann

Nachtrag: Gut dass ihr nochmals über den Sinn und Zweck von Vergrämungsaktionen gesprochen habt.....für manche Tierschützer und Tierschutzorganisationen (nicht alle) ja Tierquälerei.....für mich nicht nachvollziehbar was deren Argumente angeht, aber da sind die nicht allein, auch ein gewisser Wolfsschutz Verein wettert da immer wieder massiv gegen an. Schlimm

Udo Zimmermann

Hallo....bin wieder spät dran zumal die nächste Folge schon angekündigt. Ich werde aber diese hier nochmals in Gruppen veröffentlichen weil sie zu wichtig und informativ ist. Zunächst zu Sebastians Idee bzgl Hornisgrinde Wolf....super, warum nicht. Das ist doch genau auch das was beim Luchs geschieht, der nun nicht so große Strecken wandert, und wo wissenschaftlich basiert durch Auswilderung nachgeholfen wird. Das neue Wolfsjagdgesetz....ich krieg so die Wut....dieses mantraförmige Vortragen dass die Jagd nur bei vorhandenen günstigen Erhaltungszustand stattfinden darf und diesen nicht gefährden darf....boah....wir haben den nicht, das ist Fakt, der wurde herbeigelogen und hergezaubert. Wie wollen die den bei diesen Vorgaben ( 40%Welpen, nach Rissen im Umkreis von 100 km, wolfsfreien Zonen...sorry, Weideschutzgebieten) denn glaubhaft aufrecht erhalten, zumal es den günstigen Erhaltungsstatus ja gar nicht gibt.....noch mehr Trickserei und Lügen. Was mich am meisten anwidert grade jetzt ist die SPD. Kann mich gut erinnern, wie diese in Anhörungen und Lesungen in Ausschüssen und Bundestag sehr Fakten basiert vor Jahren geredet hat. Und jetzt laden sie Nutztierhalter pro Wolf zur Anhörung ein und stimmen dann doch für das Jagdgesetz auf Wölfe....wie skandalös und erbärmlich ist das denn. Die SPD als Steigbügelhalter der Konservativen und Rechten. Pfui. Tolle Folge....danke liebe Sabine und Sebastian.....er erklärt und redet sehr klar und verständlich......seinen Film werde ich auch nochmals posten. Danke an euch

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