93: Alltag einer Schäferin in Deutschland

Shownotes

Der Wolfspodcast ist eine Produktion von Sabine Sebald

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Redaktion: Sabine Sebald

Technik und Produktion: Thomas Ganswindt

Cover-Design und Foto: Matthias Kays

Sprecher: Steffen Schambach

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https://schafmilch-naturseifen.de/

Diplomarbeit "Die mögliche Koexistenz zwischen dem Nutztier Schaf und dem Raubtier Wolf in Europa" (Hinweis: im Warenkorb werden Versandkosten angezeigt, diese entfallen automatisch im Checkout):

https://schafmilch-naturseifen.de/products/diplomarbeit-die-mogliche-koexistenz-zwischen-dem-nutztier-schaf-und-dem-raubtier-wolf-in-europa

Der Link zu Theas Buch "Schafe leben nur im Jetzt"

https://www.rowohlt.de/buch/thea-welland-schafe-leben-nur-im-jetzt-9783644546219

Über Drückjagden auf Wildschweine in Hessen: Nur ein Drittel waren Blattschüsse:

https://www.wildtierschutz-deutschland.de/single-post/drueckjagden-in-hessen-nicht-tierschutzkonform

Transkript anzeigen

00:00:00: Mein großes Problem sind Menschen, ehrlich gesagt.

00:00:03: Menschen und Hunde und Menschen die meine Schafe füttern.

00:00:06: Ich habe während Covid hier acht Schafe verloren weil in diesen Lockdowns wo dann alle dann doch mal raus durften sie dann quasi die nahe Umgebung entdeckt haben als Ausflugsziel.

00:00:18: und auf wie schön da stehen.

00:00:19: ja Schafe Da war da Picknick und dann waren da Donuts im Schaf, Pferde und Orangenschalen.

00:00:26: Und abends liegt er da mit aufgefollenen Panzenschaumformen.

00:00:30: und wie die Schmerzen kannst

00:00:31: du nur noch tot schießen?

00:00:32: Hier ist

00:00:34: der Wolfspotcast!

00:00:36: Die Stimme unserer fehlenden Wölfe von und mit Sabine Seibald.

00:00:46: eine kleine Pause gegönnt, weil ich einfach jetzt die Zeit brauchte den Kopf freizukriegen.

00:00:51: Ich wollte mich irgendwie so ein bisschen sortieren, ich wollte gucken wo kann die Reise mit diesem Podcast jetzt hingehen?

00:00:56: und nach einem paar Wochen und Tagen des Nachdenkens, des Grübelns.

00:01:02: Das Austausch uns mit engen Vertrauten habe ich dann glaube ich einen ganz guten Weg gefunden wie wir jetzt hier weitermachen.

00:01:08: auf jeden Fall sind die nächsten zehn Folgen schon gesetzt und Wir werden uns einigen neuen Themen widmen jetzt in der nächsten Zeit denn es hat sich ja einiges geändert das ist ja kein Geheimnis und wir haben auch den letzten beiden folgen schon darüber gesprochen.

00:01:22: heute freue Ich mich auf einen ganz besonderen Gast.

00:01:25: sie heißt Thea Welland passionierte Schäferin, Agrar-Engineurin und Ökobäuerin aus Witzenhausen.

00:01:32: Das liegt in Nordhessen.

00:01:33: In dem Jahr zwei Tausendneuen gründete sie Wellland Natursäufen – das ist ein Unternehmen, das handgemachte Kosmetik aus der Milch ihre eigenen Milchscharfherde herstellt.

00:01:43: Dieser Weg zur Betreiberin einer eigenen Schafherde!

00:01:46: Mit allem, was dazugehört ist mehr als spannend.

00:01:50: Und darüber wollen wir heute reden!

00:01:51: Mit uns.

00:01:52: teilt sie heute ehrlich ihre Herausforderungen und Sorgen, Einblicke in ihr Leben und Praxistips für die Co-Existenz von Schafen & Wößen.

00:02:01: Herzlich Willkommen Théa.

00:02:02: Hallo Sabine

00:02:03: Wir haben ja vorhin schon festgestellt dass wir eine große Gemeinsamkeit haben.

00:02:07: Liebe Théaa Wie kommen beide aus Hannover?

00:02:09: Ja das stimmt

00:02:11: Damit sind wir beide Stadtkinder.

00:02:13: Nur du bist irgendwann aufs Land gegangen Und Landwirtin geworden, wolltest du das eigentlich schon immer?

00:02:19: War das so ein Kindheitstraum von dir?

00:02:20: Also meine Mutter hat mir mal erzählt tatsächlich dass ich als Vierjährige schon verkündet habe.

00:02:26: Ich wollte einen Bauern heiraten!

00:02:29: Aber der Weg dahin war sehr lang und auch holprig zwischendurch.

00:02:38: also ich bin totale Stadtkind gewesen.

00:02:43: Ich war auf dem KWG, humanistisches Gymnasium Latein, Griechisch Klavier, Cello.

00:02:47: das ganze Programm habe aber immer so ein bisschen eine Lehre verspürt.

00:02:53: ich wusste auch nach dem Abitur nicht so richtig was ich machen wollte.

00:02:59: also der ursprüngliche Plan war Tiermedizin zu studieren.

00:03:02: das ist ja in Hannover quasi eine Kaltvorlage Und ich war aber dann sehr, also Gott sei Dank ehrlich genug zu mir selbst um zu sagen die ganze Lernerei ist nichts für mich.

00:03:14: Du bist eher eine praktische Frau?

00:03:16: Genau!

00:03:16: Ich bin so learning by doing.

00:03:20: War das aber erst mal im Rettungsdienst.

00:03:21: drei Jahre weil ich diesen Mediziner-Test noch machen wollte... Den Beruf habe ich sehr geliebt.

00:03:27: Ich wollte auch zur Berufsfeuerwehr, aber da muss man halt auf diese Drehleiter rauf und ich hab eine wahnsinnige Höhenangst.

00:03:33: Deswegen ist das also in diesem Aufnahme-Test, musst du auf die Dreh-Leiter... Ach so?

00:03:37: Ja ja!

00:03:38: Da habe ich dann gesagt okay, das schaffe ich vielleicht einmal, aber dann auch nicht mehr.

00:03:46: Und dann bin ich so ein bisschen rumgeirrt im Leben.

00:03:52: an einem absoluten Tiefpunkt habe ich dann da gestanden und hab... Dann war mir, also es ist mir dann so reingefahren wie ein Blitzzeichen zum Back to the Roots.

00:04:01: Ich will in die

00:04:01: Landwirtschaft.".

00:04:03: Und dann habe ich eine landwirtschaftliche Lehre angefangen.

00:04:07: Und dann, da habe ich gemerkt, das ist das was ich machen will.

00:04:10: Das ist genau das was sich machen will!

00:04:14: Und das habe ich zwei Jahre gemacht Mit erst konventionell Milchvieh und dann war ich auf einem Biolandbetrieb mit Mutter, Kühen und Hühnern.

00:04:25: Und meine letzten Chefs haben in Witzenhausen studiert.

00:04:29: Ich habe während dieser Lehre wahnsinnig viel gelernt.

00:04:34: Aber auch gemerkt unter was für einen Druck Landwirte stehen.

00:04:39: Und habe damals für mich beschlossen ... Ich will nicht in die Landwirtschaft so, wie sie heute ist.

00:04:48: Das ist ja nun auch schon über zwanzig Jahre her und bin dann erst mal hier nach Witzenhausen gekommen zum Studieren.

00:04:56: Das heißt

00:04:57: man kann Landwirtschaft, man kann Agrarwissenschaften in Witzenhause studieren?

00:05:01: Ja

00:05:01: das ist ein Außenstandort von Kassel genau und das ist also die einzige Öko ist ganz klein hier.

00:05:11: Das hat mir sehr viel Spaß gemacht, wobei ich die Praxis tatsächlich in der Lehre gelernt habe.

00:05:18: Es war mir unglaublich wertvoll.

00:05:20: auch in der Berufsschule hab' ich halt viel schon gelernt was dann im Grundstudium dran kam dass sich halt viel draußen unterwegs war mit meinem damals weißen Schäferhund und habe dann auf diesem Wege mein erstes Schaf gefunden das ich dann während des Studiums schon auch gekauft habe von Kommilitonen.

00:05:40: Also dass es hier so Gang und Gebe, das überall irgendwie so Grüppchen von Tieren gehalten werden.

00:05:45: Es war mal mehr jetzt ist es weniger geworden und ich habe mich dann da einfach mit eingeklingt weil mir dieses mit Tieren so gefehlt hat.

00:05:54: Wie lebt man als Studentin?

00:05:56: Mit einem einzelnen Schaf?

00:05:57: wo ist der Schaft denn da Im Garten?

00:06:00: Ja, das war schon auf einer Wiese noch mit den Schafen zusammen.

00:06:05: Aber dann sind die tatsächlich weggezogen und da musste ich mir Gedanken machen wie es jetzt weitergehen soll.

00:06:11: Denn Schafe sind Herdentiere.

00:06:13: Die kannst du nicht alleine irgendwo stehen lassen und dann habe ich zwei weitere Schafes.

00:06:16: Ach ja klar!

00:06:17: Das war natürlich eine gute Begründung.

00:06:18: aber sagen wir mal ganz kurz hast du das irgendwie in die Wiege gelegt bekommen?

00:06:21: Ich meine so eine Leidenschaft, so eine Liebe zur Landwirtschaft kommt dir aus dem Nichts oder bist du genetisch vorbelastet.

00:06:28: Also mein Großvater ist Tscheche und ich weiß, dass es einen landwirtschaftlichen Betrieb gab in Tschechien.

00:06:38: Meine Mutter ist auch mal da gewesen der jetzt heute so nicht mehr existiert.

00:06:43: Mein Großvaterselber war auch Bergbauingenieur.

00:06:45: Der war auch nicht Landwirt oder so aber auf jeden Fall die Wurzeln waren da.

00:06:51: Und deswegen sagte meine Mutter dann, die Gene hätten bei mir.

00:06:55: Ich hatte

00:06:56: das, glaube ich.

00:06:57: Das klingt so!

00:06:58: Ja und ich war halt immer mit Tieren, immer Tiere, immer draußen Pflanzen also als Kühlschon.

00:07:05: Wo und wie lebst du heute?

00:07:08: Also in Witzenhausen Ortsrand.

00:07:10: Ich habe im Jahr hier das alte Zollkommissariat gekauft.

00:07:16: Es ist nicht der romantische Bauernhof, wie ich mir irgendwann mal vorgestellt hab aber Es war das Haus, was perfekt zu mir gepasst hat mit einem großen Garten.

00:07:23: Und meine Flächen, die wiesen, die ich schon hatte für meine Schafe, die liegen halt in der Luftlinie.

00:07:29: Da geht es los und also erst waren die Schafweiden da und dann habe ich dieses Haus gefunden und hier ist halt unten die Firma drin.

00:07:38: Also die Bella Natur Seifen und oben wohne ich mit meinem Kind.

00:07:40: Und wie viele Schafe hast du mittlerweile?

00:07:43: Ich habe zwanzig Mutterschafe mit Nachzucht übers Jahr.

00:07:49: Okay, das heißt da sind dann gerne auch mal ein paar mehr?

00:07:52: Ja so siebzig genau.

00:07:54: Du hast also immer gut zu tun.

00:07:55: neben deiner Naturkosmetik hast du natürlich auch die Tiere zu versorgen.

00:07:59: Wie viele Arbeitsstunden hast du so am Tag?

00:08:02: wie haben wir uns das vorzustellen?

00:08:03: Also ich stehe um fünf auf.

00:08:05: Um sieben geht Lili zur Arbeit und um zehn gehe ich ins Bett und dazwischen ist Vollgas Non-Stop

00:08:12: Arbeit!

00:08:14: Also es ist natürlich der Vorteil eines Selbstständigenes.

00:08:17: Ich kann mir das einteilen Das

00:08:18: stimmt.

00:08:19: So wie ich das gebrauchen kann und das Schöne ist die Abwechslung, ich sitze total am Schreibtisch, ich produziere die Cremes... Ich bin bei den Schafen draußen.

00:08:30: also es ist nicht so dass sich die ganze Zeit jetzt an ein und derselben Arbeit sitze, das würde ich glaube ich nicht hinkriegen.

00:08:35: Es ist auch bestimmt von Vorteil, dass man das was man macht mit Leidenschaft und Hingabe macht, lässt einen die zehn oder zwölf Arbeitsstunden dann bestimmt auch vergessen.

00:08:44: Ja

00:08:44: total!

00:08:44: Also anders ginge das nicht.

00:08:46: Anders geht das nicht.

00:08:47: Gibt es bei dir in der Umgebung Wölfe?

00:08:51: Wir haben ein Rudel auf der anderen Seite des Meißners, das sind soweit ich weiß zwei Elterntiere und zwei Welpen.

00:09:00: Und hast du schon persönliche Erfahrungen mit denen gemacht?

00:09:02: Nein!

00:09:03: Also ich selber hatte noch nie einen Wolfsruß Ich aber es gibt hier Durchläufer.

00:09:07: und es gibt eine Situation.

00:09:09: die war vor zwei Jahren im Sommer abends.

00:09:13: da hat mich dann eine Freundin angerufen die einen Pferdehof hat und sagte deine Schafe in der Aue, die Blöken total laut vorder mal hin.

00:09:20: Und dann bin ich hingefahren.

00:09:22: Dann standen sie sehr alarmiert, in eine Richtung guckend im Zaun.

00:09:29: Da war die ganze Auge voll mit Mais.

00:09:31: Also da unten sind auch Ackerflächen und konnte halt nichts sehen.

00:09:35: Aber ich gehe davon aus dass damals ein Wolf lang gelaufen ist weil die Reaktion bei Füchsen oder so nicht so ist.

00:09:43: Hat sich dein Leben als Schäferin durch die Anwesenheit der Wölfe sehr stark verändert?

00:09:50: Gar nicht.

00:09:51: Also gar nicht!

00:09:54: Ich denke, da fiel drüber nach mal mehr Mal weniger.

00:09:57: aber es ist jetzt so.

00:09:59: ich bin sehr ortsnah und ich habe Milchschafe und Milchschafe werden sehr häufig besucht also wenigstens zweimal am Tag wegen des Melkens.

00:10:08: wir sind sehr oft bei den Schafen und durch diese hohe Präsenz sind mir die Schafe eben nicht so anfällig für Wolfsilbergriffe.

00:10:16: Also du hast dich arrangiert mit dieser Herausforderung?

00:10:20: Ja, also ich betrachte es tatsächlich jetzt noch nicht als Herausforderung.

00:10:25: Dann sind wir bei der zentralen Frage wie schützt Du Deine Herde?

00:10:29: Im Moment, also mit dem was vorgegeben... Ich habe ein Meter fünf hohe Netze und habe mir jetzt neuerdings welche zugelegt mit einer stromführenden Erdungslitzer Allerdings eher aus dem Grund, dass wir halt so trockene Sommer haben und dann eben eine Erdung auf den Zaun zu kriegen.

00:10:48: Also das ist schon eine Herausforderung.

00:10:51: Und die Zäune probiere ich gerade auch.

00:10:52: Es funktioniert super!

00:10:55: Ich habe mir für meine Weidezelte, die ich im Winter als Stall nutze vor zwei Jahren ein Meter-achtzig hohe Zäume gekauft um sie drumherum aufzustellen.

00:11:06: Das habe ich auch gemacht.

00:11:08: Aber das ist für Fortgeschrittene, die Dinger aufzustellen und unter Spannung zu halten.

00:11:16: Letztes Jahr habe ich es nicht gemacht.

00:11:18: Diese Zelte sind dann für die Nacht?

00:11:20: Das ist quasi mein Stall.

00:11:23: Die Schafe können ganzjährig raus aber sie haben immer die Möglichkeit im Winter im Stall zu sein.

00:11:28: Wenn die Sonne scheint gehen Sie mal raus, aber meistens sind sie dann im Stall.

00:11:31: Da ist ja meine Lamptzeit.

00:11:33: Und diese ein Meter-achtzig hohen Zäune Steckst du alleine?

00:11:38: Ja, naja die sind fünfzwanzig Meter lang nicht fünftig.

00:11:41: Aber das ist schon auch...

00:11:42: Doch, dem!

00:11:43: Das ist unfassbar.

00:11:44: Ja ja es ist schon formulär.

00:11:46: Also dieses Soundsteck muss ich jetzt mal dazu sagen, dass ist eh nicht.

00:11:49: meine Leidenschaft gehört halt dazu.

00:11:53: aber dieses Vertüdeln und so weiter, das ist ... also das hat schon manche Wutattacke witzig gemacht.

00:12:02: Aber die zweite, das geht schon dir aufzustellen.

00:12:06: Ich fand es halt schwierig unter Spannung zu bekommen jetzt nicht Stromspannungen sondern so dass sie mich durchhängen.

00:12:14: da werde ich sicherlich wenn ich das angehen nochmal nachlegen müssen.

00:12:19: Deine Expertise und jetzt kommen wir zu einem ganz spannenden Punkt ist ja viel mehr als nur diese praktische Erfahrung.

00:12:25: du hast tatsächlich im Jahr zwei tausend vier eine Diplomarbeit geschrieben Über die Koexistenz von Schafen und Wölfen in Europa zu einer Zeit, als die Wölfe ja noch gar nicht richtig wieder zurückgekehrt waren bei uns.

00:12:40: Warum hast du dieses Thema ausgewählt?

00:12:42: Zweitausendvier oder wann ... Du hast begonnen vielleicht zweitausenddrei.

00:12:46: Nee ich habe die tatsächlich in drei Monaten runtergeschrieben.

00:12:49: Ehrlich!

00:12:50: Ja also das war... Ich hab über diese Frage die letzten Tage nachgedacht.

00:12:55: Also es ist so, dass mir mein Leben in regelmäßigen Abständen Dinge vor die Füße legt.

00:13:00: Die in mir entweder ein Hurra oder einen auf gar keinen Fall hervorrufen.

00:13:05: und ich hatte damals ein Thema für meine Diplomarbeit das war die Selbstversorgung.

00:13:10: aber der Prof, den ich als Betreuer hatte dem schwebte da so eine politische Ausarbeitung vor und ich war eher im Patterson und Findus Modus und das gefiel mir überhaupt nicht mehr.

00:13:24: Und dann, ich weiß nicht wie die Nachricht mich erreicht hat.

00:13:27: Ich hab darüber nachgedacht die letzten Tage, ich weiss nicht ob sie irgendwo gelesen habe, ob es mir jemand erzählt hat das Wölfe eingewandert sind und dass war dann... Wie die landwirtschaftliche Lehre anzufangen?

00:13:39: Es war so, das ist es!

00:13:40: Das mache ich.

00:13:40: Darüber schreibe ich.

00:13:42: Es war halt eine absolute Leidenschaftsarbeit für mich.

00:13:45: War dir zu dem Zeitpunkt schon das Ausmaß der gesellschaftlichen Debatte klar was da auf uns zugekommen ist?

00:13:52: Nein, also in diesem Ausmaß nicht.

00:13:55: Also vorher auf jeden Fall nicht!

00:13:57: Ich habe mich ja sehr beschäftigt in der Diplomarbeit mit der Entstehung des Bildes des Wolfs weil ich das nie verstanden habe.

00:14:05: Ich hab es nicht verstanden warum der Wolf einen derartigen Hass eine solche Angst auslöst dass... Also ich habe das auf so einigen Schäferversammlungen mal festgestellt, sobald das Thema Wolf aufkommt kippt die Stimmung im Bruchteil einer Sekunde und es ist nur noch aufgebrachtes Rumwüten.

00:14:28: Ich habe das nie verstanden, ich habe gesagt was ist das?

00:14:32: Weil der Wolf für mich... also ich bin Animist, für mich ist alles auf der Welt hat eine Seele und ein Bewusstsein für mich.

00:14:42: Also jedes Blatt jeder Baum, jedes Tier, jedes Buch dass ich lebe das so ist, ich bin so geboren Und deshalb ist der Wolf nie für mich irgendein niederes Ungeziefer gewesen, was entfernt werden muss.

00:14:57: Sondern einfach ein Miteinanderwesen genauso wie meine Schafe und meine Hunde.

00:15:03: Ich habe das nicht verstanden warum er solche Emotionen auslöst.

00:15:07: Aber

00:15:08: glaubst du wirklich dass das Angst

00:15:10: ist?

00:15:10: Oder ist das vielleicht Unwissenheit oder steckt hinter dieser Angst?

00:15:14: Vielleicht stecken da auch die Begehrlichkeiten von anderen.

00:15:16: Ich sag mal so, es gibt ja auch Interessen am Wolf durchaus, die dann auf die Menschen übertragen werden indem man den Angst einredet.

00:15:26: Das ist korrekt!

00:15:27: Das ist genau das was passiert ist zum einen durch das Christentum, durch die katholisch Kirche und zum andern durch die feudale Jagd unter Karl dem Großen der das ganze losgetreten hat Und beide haben das Bild des Wolfes auf ihre Art und Weise missbraucht, um Menschen Angst zu machen an sich zu binden.

00:15:49: Es ist ja so dass der Mensch und der Wolf irgendwann mal zusammen sogar gejagt haben.

00:15:54: sie waren Jagdpartner Sie hatten dieselben Tiere die sie gejagt haben.

00:16:00: Der Mensch hat sich sogar die Methoden des Wolfs abgeguckt um Wild zu jagen.

00:16:07: Und das Dilemma fing halt an, als der Mensch sesshaft wurde und dann selber Schafe oder Ziegen gehalten hat und der Wolf natürlich nicht unterscheiden kann.

00:16:15: was darf ich jetzt essen und was nicht?

00:16:17: Also es ging damit schon los, der Mensch hat sich verändert und der wolf musste es ausbaden.

00:16:25: Die katholische Kirche hat das Bild des Wolfs genutzt als Teufels-Sinnbild.

00:16:30: Es war halt immer dieses Hürtenthema, Jesus der Hürte die Gläubigen die Schafe und der Wolf.

00:16:35: eben der Teufel, der die Glääubigen bedroht.

00:16:39: Und die Feudal Jagd unter Karl dem Großen, als er die Jagd zu einem Adelsrecht gemacht hat für den war der Wolf ein Konkurrent also sowohl Trophäe als auch Konkurent.

00:16:55: Nun sind wir aber heute ja aufgeklärt, sollte man meinen.

00:16:58: Und trotzdem fühlen wie die gleichen Debatten wie vor fünfhundert Jahren?

00:17:04: Ja das ist ganz exakt so.

00:17:06: also ich habe ja bei der Diplomarbeit jetzt auch noch mal gelesen und hab auch noch weiter so ein bisschen rumgelesen.

00:17:12: und dieser Satz Wir Jäger schützen die Bauern Der stammt damals aus der Voldalen Ehrlich?

00:17:20: Gesellschaft, ja.

00:17:21: Also eins zu eins eigentlich.

00:17:23: Das gibt es!

00:17:24: Es wird heute genauso bedient.

00:17:25: Herr Damantanke der Präsident des Deutschen Jagdverbandes hat gesagt wir machen Herdenschutz mit der Waffe.

00:17:31: das heißt dass zieht sich überall die Jahrhunderte.

00:17:35: Ja genau von der Jagd ist vieles übrig geblieben.

00:17:38: also ich habe mich jetzt ein bisschen da auch eingelesen.

00:17:41: mir ist das wichtig zu sagen es gibt da solche und solche.

00:17:44: ne also ich möchte auch nicht über den Kamm geschoren werden irgendjemandem, das möchte ich bei der Jägerschaft auch nicht machen.

00:17:52: Aber so ein paar Dinge waren einfach sehr auffällig.

00:17:57: Ich meine dieser Satz die Jäger schützen, die Bauern, die Schäfer, der kommt ja auch aus einer anderen Ecke.

00:18:03: Ich habe irgendwann in den vergangenen Wochen einen Reel gesehen von einer Influencerin Marie, irgendwas Tausendet von Followern?

00:18:11: Ja,

00:18:11: hunderttausende!

00:18:13: Genau, die sich da hingestellt hat und gesagt hat so.

00:18:15: Also der Wolf ist im Jagdrecht Und ich will das jetzt mal aufklären und wir Weidetierhalter sind glücklich und froh und entspannt das sind.

00:18:23: und dann habe Ich gedacht Nee du kannst das über dich sagen dass du glücklich oder entspannt bist Du kannst es aber nicht über mich sagen.

00:18:30: ich bin es nämlich nicht.

00:18:31: also Die Medien haben da einen großen Anteil dran.

00:18:34: ja Aber ich glaube eben halt dass solche Influencerinnen natürlich auch instrumentalisiert werden.

00:18:39: die gleichen haben bei auch Bei der jagt.

00:18:40: die sagen dann ähnliche Dinge Und das sieht mir so aus, als würden diese Frauen wirklich in den Ring geschickt und als würde deren Präsenz einfach ausgenutzt.

00:18:49: Hat deren Reichweite ausgenutzt um diese Message vom bösen Wolf und von dem Wolf der bejagd werden muss möglichst weit zu streuen.

00:18:56: Gerade bei dem Beispiel was du gerade genannt hast dieses Video haben wir glaube ich alle vor Augen dieses Real.

00:19:04: Wir waren alle sauer.

00:19:05: Einige haben sie auch angeschrieben und gesagt, was ist los mit dir?

00:19:08: Du bist so intelligent!

00:19:09: Du bist eine so kluge Frau, du managst hier einen Betrieb mit ganz vielen Tieren und ganz vielen Mitarbeitern und trotzdem kommt da Entschuldigung bitte, so ein Bullshit aus deinem Mund.

00:19:18: Aber ich weiß gar nicht was da ihre Antwort war.

00:19:20: aber sicherlich wird sie natürlich auch... das unterstelle ich jetzt einfach mal Vorteile haben wenn Sie dieses Narrativ-Publikum stark bedient.

00:19:30: also davon gehe ich jetzt zumindest mal aus.

00:19:32: bei den

00:19:33: Jagenden

00:19:33: wissen wir dass die wirklich ins Feld geschickt werden und dass das auch immer die gleichen sind an die man sich dann erinnert und die auch eine bestimmte Message zu haben die auf so ein bestimmtes Frauenbild verkörpern.

00:19:46: Das ist schon so.

00:19:47: Wie gehen denn aber deine Berufskollegen jetzt mit dem, um was da auf uns zukommt?

00:19:52: Da erinnert sich ja nun einiges.

00:19:54: also, ne?

00:19:55: Ja ich muss jetzt dazu... Ich bin nicht so tief in Schäferkreisen drin weil ich mit meiner Art Schafe zu halten und mit Tieren umzugehen.

00:20:05: Also ich pass da nicht so rein.

00:20:08: Ich bin auch jemand der die Prämie nicht bezieht ist offenbar immer dieser Prämienantrag.

00:20:17: und was nicht klappt, und das doch klappt.

00:20:19: Und ich sitze dann immer daneben und denke so ...

00:20:22: Welche Prämie sind das?

00:20:23: Die Agrarförderung

00:20:24: oder ... Ja genau die Agrarförderung.

00:20:26: Und

00:20:26: Herdenschutzförderungen beziehst du auch nicht?

00:20:29: Nee

00:20:29: gar nicht nein.

00:20:30: Gar

00:20:30: keine Prämierungen.

00:20:31: Okay,

00:20:32: d.h.,

00:20:33: du nutzt diese Gelder, die einem Land wird zur Verfügung stehen, nicht.

00:20:37: Nein!

00:20:38: Du musst das, was du zum Leben brauchst selber erwirtschaften.

00:20:42: Das war auch eine Sache zu der ganz am Anfang entschlossen habe, die Prämien nicht zu beziehen.

00:20:49: Weil ich dieses System für... Also ich persönlich, ja?

00:20:53: Ich rede hier über mich ganz persönlich.

00:20:55: Ich finde das System verfälschend!

00:20:59: Also ich weiß dass ganz viele Betriebe ohne diese Prämie überhaupt nicht existieren können.

00:21:03: Es geht hier rein um mich.

00:21:05: Ich wollte es nicht und in dieser Abhängigkeit nicht.

00:21:08: Und ich möchte meinen Betrieb erhalten ohne auf Gelder aus Brüssel warten zu müssen.

00:21:16: Also so führe ich mein Betrieb und das ist ebenso bei mir kostet die Seife dreizehn Euro, die Creme kostet dreißig Euro.

00:21:24: es ist absolute Handarbeit und das sind aber Preise, die landwirtschaftliche Produkte eigentlich haben müssten.

00:21:32: ja

00:21:33: und Ich finde dass diese Agrarförderung Das Bild der Produkte die Landwirte herstellen komplett verzerren sowohl vor den Menschen, die sie kaufen als auch vielleicht sogar vor dem Landwirt selber.

00:21:48: Ich weiß wir kriegen das gerade mit Milchpreise am Boden und so es ist.

00:21:54: Es ist so schlimm, dass zu sehen.

00:21:56: Weil ich ja weiß was das für eine Arbeit ist.

00:21:59: Man fühlt sich glaube ich als Landwirt auch gar nicht gewertschätzt wenn man seine Produkte die man da erwirtschaftet.

00:22:04: Das sind ja nicht nur Seife und nicht nur Wolle, es sind ja auch viele viele Feldprodukte.

00:22:10: Es ist Fleisch, das ist alles was zur Landwirtschaft dazugehört.

00:22:14: Da bekommen die Landwirte auf dem freien Markt so gut wie kein Geld Was für mich schon mal eine Kränkung fährt, das würde mich Maxi mal wirklich desillusionieren und runterziehen.

00:22:24: Und dafür bekommen sie dann Hilfe vom Staat.

00:22:28: Nun kann man sagen okay, dann wenigstens kommt Geld rein und ihre Arbeit wird entlohnt wie auch immer.

00:22:32: aber du gehst ja soweit dass du sagst wir haben ein krankes Verhältnis zur Landwirtschaft weil wir einfach nicht bereit sind für die Produkte die uns zur Verfügung stehen, einfach einen Preis zu zahlen der angemessen wäre.

00:22:45: Stattdessen drücken die Discounter die Preise nach unten und ich habe gerade heute wieder fünfhundert Gramm Erdbeeren, hab' ich gehört im Radio für was?

00:22:54: Für neun, neunzig Cent also... Das

00:22:56: ist unsäglich!

00:22:57: Mal

00:22:57: abgesehen davon dass diese Erdbären ja auch noch von weiter her kommen.

00:23:00: aber

00:23:02: meinst du das ein großes oder das Hauptproblem überhaupt is'?

00:23:07: Also das habe ich auch für meine Diplomarbeit festgestellt, dass eben der Wolf eine Projektionsfläche ist.

00:23:17: Für Probleme die im Grunde genommen ganz voran anders gelagert sind.

00:23:21: Das sind diese immer größer werdenden Vorschriften Die ganzen Papiere die Landwirte ausfüllen müssen Und da komme ich später nochmal drauf in Bezug auf den Herdenschutz.

00:23:35: Das ist die Arbeit an sich.

00:23:38: Das ist eine Arbeit, das kann man sich kaum vorstellen, die man da hat vor allem wenn man mit Tieren zusammen arbeitet, dass es so unberechenbar, da passieren Sachen mitten in der Nachttagsüber und du bist immer da, du gehst immer raus egal ob da draußen ein Gewitter ist oder vierzig Grad oder... Da gibt's keinen.

00:23:56: vielleicht und ich überleg mir mal oder ich gehe morgen hin oder so, das gibt es einfach nicht.

00:24:01: Das macht mir auch Spaß.

00:24:03: Also das macht, ich denke sonst wäre ein Landwirt kein Landwürttes ist... ...das ehrt jetzt.

00:24:09: ja.

00:24:09: also es klingt jetzt ein bisschen blöd aber du bist halt voll drin im Leben Ja

00:24:12: klar

00:24:13: Aber dann dafür nichts zu bekommen.

00:24:15: Ich meine man macht sowas aus Leidenschaft ja aber Es muss ja auch was zum leben da sein natürlich

00:24:22: und dass leben als landwirt und das können wir gar nicht oft genug sagen Ist hart knüppelharder und von daher müsste man eigentlich über dieses Problem mal ernsthaft politisch nachdenken.

00:24:34: Aber lasst noch einmal zurückkommen zu deiner Diplomarbeit, was ist die Kernaussage von deiner Arbeit?

00:24:40: Herdenschutz funktioniert!

00:24:42: Okay das hören wir gern.

00:24:43: Ja Moment, Moment aber was ich damals festgestellt habe also der Herdenschutz in Deutschland.

00:24:50: Die Förderung des Herdenschutzes in Deutschland besteht in erster Linie aus Kaufen von Zäunen, die dann dem Landwirt oder dem Schäfer zur Verfügung gestellt werden.

00:25:01: Ich habe mich gestern noch mit einem Freund unterhalten, also der hier ein Wolfsruß hatte von diesem Waldkapler Rudel.

00:25:08: Das ist auch ein Bekannter von mir!

00:25:11: Ich hab so ein bisschen nachgefragt wie das gelaufen ist und es war eigentlich mehr oder weniger Resignation seiner Seite weil ich glaube im Moment des Wolfsress er hätte halt nachweisen müssen dass der Zaun halt exakt stand und das konnte er ja.

00:25:24: keine Aufnahmen, keine Bilder oder irgendwie sowas.

00:25:27: Und es war wohl sehr zäh diesen ganzen Vorfall überhaupt abzuwickeln, irgendwas dazu eventuell dann Geld dazu bekommen oder so.

00:25:38: Das Problem ist die Zäune sind da und man bekommt sie aber die Arbeitskraft fehlt.

00:25:44: Die Arbeitskraft ist das was eigentlich gefördert werden müsste.

00:25:50: denn was nützt einem Schäfer, wenn er da zwanzig Zweine bekommt die er aufstellen müsste.

00:25:56: Aber er schafft es einfach nicht.

00:25:58: Er kriegt sich mal reiner Tag dann braucht er jemanden der das macht.

00:26:01: aber Arbeitskräfte sind teuer.

00:26:03: ich habe mir die Zahlen angeguckt.

00:26:04: und jetzt die Pluma.

00:26:06: Ich hab dann halt Nachtwachen.

00:26:07: damals durchgerechnet Da steht eine Stunde Lohn von sechs Euro.

00:26:11: Also das war vor zwei Jahren

00:26:13: Das hat sich ja alles geändert.

00:26:14: Ja

00:26:15: genau Und Herdenschutz funktioniert Wenn genug Menschen da sind, also es gibt erst mal Herdenschutzhunde ja.

00:26:24: Aber in der Nacht braucht es Nachtwachen wenn Wölfe da sind und Wolf über Griffe stattgefunden haben.

00:26:33: Es braucht Leute die rausfahren gucken mehrfalls in der nacht.

00:26:38: Es braucht eventuell Leute mit Schreckschlusspistolen oder mit Gummigeschossen, um die Wölfe zu vergraulen.

00:26:43: Das geht nicht ums Abschießen!

00:26:45: Nein

00:26:45: ich meine absolut

00:26:46: praktische Tipps super weiter.

00:26:48: Also und das macht man halt ein paar Tage bis dann dass Rudel gemerkt hat okay das ist so anstrengend da sind Leute da kommen wir nicht rein.

00:26:57: eine zweite Möglichkeit die für mich persönlich dann diejenige wäre weil ich hier auf meinen Flächen keine Herdenschutzung erhalten kann.

00:27:05: es ist zu eng zu nahe in der Stadt ist eine doppelte Zäunung.

00:27:10: Das heißt, zum Beispiel in Brandenburg da wo ich war die haben halt diese Truppenübungsbärze sind riesige Flächen, die habe ich hier auch überhaupt nicht geht es um einen Litzenzauen der außen um das ganze Gebiet gesteckt wird.

00:27:24: also die unteren Lizen sind sehr kurz übereinander und oben werden die Abständen ein bisschen größer.

00:27:28: das Ganze ist mindestens ein Meter zwanzig hoch Und dann muss richtig Strom drauf und innerhalb dieses Witzenzauens Mit einem Abstand von ein Meter werden dann mit den normalen Schafnetzen die Weiden abgesteckt.

00:27:42: So und das muss aber alles jeden Tag kontrolliert werden, und es muss aufgebaut werden.

00:27:47: Und da fehlt es... Das schafft einen Schäfern nicht zusätzlich!

00:27:50: Das geht nicht!

00:27:52: Die Kernaussage damals war von den Schäfern, die ich besucht habe, die waren sehr positiv dem Wolf gegenüber.

00:27:59: Da gab's doch überhaupt keinen Hass

00:28:00: usw.,

00:28:01: wir wollen nicht alleine gelassen werden.

00:28:05: Und wir brauchen Unterstützung in Arbeitskraft.

00:28:09: Also dieser Litzenzaun, den der einen Schäfer hatte, der wurde damals ehrenamtlich gepflegt.

00:28:15: Ich glaube die Gesellschaft zum Schutz der Wölfe war da involviert.

00:28:19: und halt dieses Büro von Geser Klut ... Das waren halt Ehrenamtliche, die das dann frei gemäht haben, abgegangen sind, Litzen repariert haben usw.

00:28:28: Wenn ich hier doppelt soll... also ich mache das dann?

00:28:31: Ist gar keine Frage!

00:28:32: Es wird aber zeitlich terminlich eine Herausforderung.

00:28:36: Also da muss ich entweder jemanden haben, der für mich die Krime macht oder jemanden noch zusätzlich haben.

00:28:40: Der für mich diese Zäule darstellt.

00:28:41: Ich

00:28:41: höre das immer wieder von Schäferinnen und Schäfern dass sie sagen eine Stelle müsste noch finanziert werden.

00:28:46: Eine Vollzeitstelle.

00:28:47: Genau.

00:28:48: Die dieser Arbeit übernimmt.

00:28:49: aber was sich jetzt viel beeindruckender finde ist Das, was du jetzt gesagt hast.

00:28:52: Was du in deiner Diplomarbeit auch niedergeschrieben hast – das sind ja alles die gleichen Themen, die wir heute auch noch haben.

00:28:58: Das heißt, wir haben uns keinen Schritt bewegt!

00:29:00: Wir haben es nicht geschafft, die Befindlichkeiten und die Sorgen und Nöte und die Bedürfnisse der Schäferinnen und Schäfern und Landwirte überhaupt irgendwie mal umzusetzen in gute Pläne.

00:29:14: Also stimmt das?

00:29:16: Wir haben nichts auf den Weg gebracht.

00:29:19: Also ich habe mich tatsächlich gefragt, also es ist so in der Schweiz und den Österreichen auch im Frankreich werden Herdenschutzhunde gefördert für die Alpen.

00:29:27: Bei uns auch?

00:29:29: Ja

00:29:29: pass auf da aber nur wenn ein Hürte dabei ist und zwar auch in der Nacht.

00:29:35: ohne Hürten gibt es kein Geld Und in Frankreich werde Hürden jetzt auch wie ausgebildet.

00:29:42: Da wird großen Wert draufgelegt dass das halt nicht nur Hilfskräfte sind sondern Menschen die wirklich Ahnung haben was sie machen müssen.

00:29:48: Und das ist hier zum Beispiel nicht so.

00:29:51: Die Herdenschutzunde, ich meine wenn es Rudel da ist, braucht nachts einen Menschen... Als das losging mit dem Rudel habe ich auch gedacht was mache ich?

00:30:01: Wenn jetzt hier das Rudel ist bei meinen Schafen, dann hole ich sie nachts rein.

00:30:06: Kann ich meine Garage ausräumen?

00:30:07: Kriege ich die Schafe rein?

00:30:09: Was sagen die Nachbarn, wenn dreißig Schafe im Garten stehen?

00:30:13: Ich bin wirklich hier fünfzig Meter, dann bin ich auf der Wiese.

00:30:16: Aber ich müsste jeden Morgen und jeden Abend mit den Schafen über diese Straße auf den Wiesen.

00:30:21: Was ist mit dem Mist, der da liegt?

00:30:24: Wenn Schafe ziehen, kötteln die auch.

00:30:27: Das sind alles Gedanken, die ich mir gemacht habe.

00:30:30: Jetzt ist es noch nicht so weit gekommen aber das heißt im Unkehrschluss, ich müsste draußen bei meinen Schafenschlafen.

00:30:38: Das geht doch gar nicht!

00:30:42: Ja, ich weiß es nicht.

00:30:45: Ich hätte's vielleicht mal ausprobiert, keine Ahnung ... Aber das ist einfach so... Wir arbeiten ja wirklich den ganzen Tag und wenn du dann halt noch eine unruhige Nacht hast?

00:30:54: Ich weiss nicht!

00:30:55: Wir werden auch alle älter.

00:30:56: Das waren vielleicht junge Leute nochmal ein paar ein bisschen länger aber ich war ja jetzt zweiundfünfzig.

00:31:00: die Zeit macht das nicht mehr immer nur eben nebenbei.

00:31:05: Und da hätte die Förderung passieren können wie es ja im europäischen Umland ist hat sie aber nicht.

00:31:14: Man hätte einfach mal gucken müssen, was ist praktisch und was brauchen die da draußen wirklich?

00:31:19: Und nicht nur auf dem Papier oder?

00:31:21: Jetzt ist mir halt heute die ketzerische Frage gekommen ob das halt gewollt ist.

00:31:27: Es ist eine Frage die mir einfach gekommen.

00:31:29: ist es keine Unterstellung?

00:31:30: es ist keine Vermutung?

00:31:31: die frage kamen ist es vielleicht Weil im oberland wird's ja gemachtes ist ja nicht so dass es irgendwie verheimlicht wird oder so?

00:31:39: und vor

00:31:39: allen Dingen ist funktioniert er auch Anderswo.

00:31:42: Und wir haben uns ja zum Beispiel entschlossen, anstatt jetzt zum Beispiel diese schwierigen Gebiete wie Deiche und Almen in Deutschland anstelle da eine behördete Weidewirtschaft zu machen also mit Menschen wo es ja anderswo läuft übrigens in Rumänien hier auch ganz erfolgreich in Italien und so.

00:31:59: Wir uns dann schlossen, ne?

00:32:00: Da machen wir Wolfs freie Zonen.

00:32:02: Das ist einfach genau.

00:32:04: Da ist die Frage was kostet mehr?

00:32:07: das kann ich nicht beurteilen.

00:32:10: Diese Alpen und die Deichel wolffrei zu halten, das kostet auch ein bisschen was.

00:32:15: Ja, ja ... Das weiß ich tatsächlich nicht.

00:32:20: Wo du gerade Rumänien sagst in diesen Ländern wo der Wolf nie ausgestorben war gehört das selbstverständlich zum Schäferleben dazu.

00:32:28: Die haben nie verlernt mit Wölfen umzugehen.

00:32:32: Der Widerspruch hier und auch in Frankreich, das habe ich in meiner Diplomarbeit geschrieben Die waren auch richtig sauer.

00:32:42: Und da habe ich dann geschrieben, also wenn man jetzt sieht wie in Frankreich halt schon die Wut steigt ist anzunehmen das mit steigender Wolfszahl dass es in Deutschland auch so eintreten wird Das habe ich in der Arbeit geschrieben Dass das halt so eskaliert?

00:32:57: Nein Aber die Vermutung war da.

00:33:01: Ist denn irgendetwas außer einer Diplomarbeit In irgendeiner Weise angewandt oder gewürdigt worden, oder mal angeschaut wurden vonseiten der Politik oder der Entscheider?

00:33:13: Nein.

00:33:13: Also wenn dann habe ich es nicht mitbekommen.

00:33:16: Ich hab die Diplomarbeit zweimal auf Anfrage verschickt an einen Referenten vom RP Der einmal sich der Schäferschaft gestellt hat nach einem Modahinke-Seminar.

00:33:32: dem habe ich dann davon erzählt und ihm angeboten, die zu schicken.

00:33:37: Dann war sie einmal in der Randnotiz als Download im Top Agrar.

00:33:42: Das ist aber auch schon ein bisschen her und weiter nicht.

00:33:45: Wir stellen deine Diplomarbeit zur Verfügung?

00:33:50: Genau!

00:33:50: Ich stelle die bei mir in den Shop und dann kann man sich die da kostenlos runterladen.

00:33:56: Das rate ich jedem, weil die ist wirklich spannend und als wäre sie gestern geschrieben worden.

00:34:02: Und das finde ich halt so faszinierend daran, dass diese Arbeit zwanzig Jahre existiert und niemand sich mal die Mühe gemacht hat zu gucken.

00:34:10: was können wir davon anwenden?

00:34:12: immerhin eine wissenschaftliche Arbeit?

00:34:14: Du bist ja seitdem diplomierte Agrarwirtin!

00:34:18: Immerhin.

00:34:18: Großartig?

00:34:19: Ja, ja.

00:34:19: Genau, Ingenie... Gut, ich hab nie wieder Diplomagra-Ingenieur.

00:34:24: Ach

00:34:25: ja, okay, den Ingenieur habe ich

00:34:26: so gesagt.

00:34:26: Also, ich habe noch Diplomen gemacht heute ist das ja Bachelor und so weiter.

00:34:32: Ich habe es aber auch nie gebraucht mehr.

00:34:35: Aber

00:34:36: nicht bereut oder?

00:34:37: Nein!

00:34:38: Es war eine schöne Zeit.

00:34:40: Hast du als Schäferin Kontakt mit Jäger?

00:34:45: Also meine Nachbarn sind Jägers die ich sehr gerne mag.

00:34:49: Also wir sind, die haben hier einen Landhandel direkt gegenüber und also der hat mir schon geholfen mein Auto rauszuziehen und ich habe ja vier schäfer Hunde und zwei davon, die hatten mal so eine Phase dass sie meinten Sie müssten auch hier jagen und da sind sie wirklich sehr freundlich und gelassen mit umgegangen bis sich das dann hier im Griff hatte mehr nicht als ich hatte tatsächlich an der Uni Kurs Mal.

00:35:13: Ich weiß gar nicht mehr, worum es ging.

00:35:15: Da war auch ein Jäger und den habe ich dann also ganz in erikziemem Manier provokant gefragt ob er denn jedes Tier was er im Wald schießt beim ersten Schuss tötet?

00:35:26: Er war ehrlich aber hat gesagt er kann nicht sagen wie viel von seinen Kollegen tatsächlich beim ersten Mal treffen.

00:35:34: Ich meine mich zu erinnern mal irgendwo gelesen zu haben dass die tierärztliche Vereinigung für Tierschutz berichtet hat von irgendwelchen Untersuchungen bei Drückjagden auf Wildschweine in Hessen.

00:35:46: war das, in deinem Bundesland.

00:35:49: Und da stand und ich füge das auch gerne noch an die Shownoten zu dass nur ein Drittel aller abgegebenen Schüsse Blattschüsse sind also sofort tödlich und über sechzig Prozent nur in Anführungsrecht nur zur Verletzung führen wie zerschossene Kiefer Beine und Bauchschüsse Dass die Tiere dann noch einen langen Leidensweg haben.

00:36:10: Also das nochmal dazu wenn Dein Konditioner, das nicht beantworten konnte.

00:36:14: Das ist eine Zahl die kommt von der tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz und ich glaube das hat schon Hand und Fuß.

00:36:21: Ich glaub es ist relativ belastbar diese Zahl.

00:36:23: Das is aber schockierend finde ich!

00:36:25: Das ist es wobei ich persönlich das Problem bei diesen zahlreichen Hobbyjägern sehe.

00:36:33: Also ich erlebe ja meine Nachbarn und das fühlt sich gut an richtig an.

00:36:37: Es ist überhaupt nichts dagegen einzuwenden.

00:36:41: Ich habe auch nur Zahlen mir angeguckt und neunundneinzig Prozent der Jagdteilenhaber sind Hobbyjäger.

00:36:46: Genau!

00:36:48: Und dann habe ich gedacht, so wenn da ein Jäger ist er sein Revier kennt.

00:36:53: Der kennt doch annähernd jedes Tier.

00:36:55: Er weiß wo was los ist, welches Rotwild steht oder welches Schwarzwild.

00:37:02: Er weiss eventuell auch, wenn er denn welche hat, wo der Wolf lang läuft.

00:37:05: aber so einen Jägger am Wochenende auf eine bezahlte Pacht, auf ne Bezahlte Jagdpferd.

00:37:13: Der kennt doch gar nix, der geht doch da nur rein.

00:37:15: und das ist halt etwas was ich persönlich nie verstehen werde.

00:37:20: wie es Spaß machen kann ein Tier zu schießen wird sagen viele ja du hast Schafe ne?

00:37:27: Ich schlachte selber, ich mach Hausschlachtung Ja Aber ich sehe es halt als meine Verantwortung.

00:37:33: Ich bring diese Tiere auf die Welt und ich nehme sie auch wieder von der Welt, weil ich nicht will dass sie in irgendeinem Schlachthof landen.

00:37:39: dieses jagen Als hobby ist auch was ganz anderes als das was du machst aus meiner Sicht?

00:37:46: Ich glaube dass das problem auch ist dass momentan So der falsche eindruck entsteht.

00:37:52: also oder anders gesagt die jegerschaft Rühmt sich ja jetzt damit dass immer mehr werden sind wir schon vierhundert siebzig tausend jagenscheininhabende.

00:37:59: und die jeger schafft hat einen massives Problem mit den, wie da man Tank immer so schön sagt in seinem privaten Umwelt die mit den jungen Wilden.

00:38:06: Das sind die

00:38:07: Jagdmausübende,

00:38:08: die Influencer sind, die sich wirklich auch sehr, sehr wütendhaft benehmen und nicht weitgerecht benehmen.

00:38:15: Und die auch viele Sachen machen, die nicht so ganz okay sind.

00:38:19: an die Öffentlichkeit gehen.

00:38:21: Das ist ja das Schlimmste, was passieren kann!

00:38:22: Dass diese Sachen, die da eigentlich früher immer im Verborgenen waren, dass sie jetzt in die Öffnlichkeit kommen und das machen die.

00:38:28: Also die sind unterwegs, die haben hunderttausende Follower und die zeigen jetzt die Jagd von ihrer ja dieser unrühmlichsten Seite.

00:38:36: ich sage mal vorsichtig und das wird immer mehr und das ist glaube ich tatsächlich ein Problem und ich glaube, dass in diesem Teil der Jägerschaft auch momentan massiv Stimmung gemacht wird gegen den Wolf dass dort auch tatsächlich der falsche Eindruck entstanden ist, dass die am ersten siebten anfangen können Wölfe zu bejagen.

00:38:56: Das natürlich komplett da Blödsinn!

00:38:58: Aber wir können zusammenfassen... Die Jagd so wie ich sie auch kenne aus meiner Kindheit und wie du sie bei dir erlebst in deiner Umgebung dort wo du wohnst hat nichts damit zu tun was wir an Auswüchsen erleben auf Social Media usw.

00:39:13: Und auch was wir hören was draußen passiert und eben letztendlich auch diese vielen Fehlschüsse.

00:39:19: Das sind eben halt zwei Dinge, die muss man ganz klar voneinander trennen.

00:39:23: Sofern müssen wir sein.

00:39:24: trotzdem müssen wir an diesem Punkt, an dem wir gestehen irgendwann anfangen die Hobbyjagd zu diskutieren.

00:39:31: aber das machen wir jetzt nicht heute!

00:39:32: Wir sind jetzt bei dir und du hast sehr viele spannende Dinge zu erzählen.

00:39:36: vor allen Dingen interessiert mich erst mal wie es bei dir nach der Diplomarbeit weiter ging.

00:39:42: warst du da am Ziel deiner Träume?

00:39:45: Nein.

00:39:46: Also das war tatsächlich sehr schwierig, weil ich überhaupt nicht wusste was ich jetzt mit meinem Studium anfangen wollte und mit meinen Schafen.

00:39:54: also ich wusste ja ich will die Prämie nicht beziehen, ich wusst ich will nicht in die Landwirtschaft.

00:39:58: und jetzt wusste ich dich, was mache ich denn jetzt?

00:40:01: Ich wollte auch nicht ein Bürojob haben, ich wollte praktisch irgendwas machen und ich habe nach dem Studium dann hier so eine Hütte an Berge wohnen, hab einen Jahr Selbstversorgung gemacht.

00:40:12: Echt?!

00:40:13: Ja, ja.

00:40:14: Mit Gemüse an Bau und Brotbacken.

00:40:16: Und da hab ich angefangen die Schafe zu melken.

00:40:18: Hab Käse gemacht.

00:40:19: Das ist auch ein sehr großer Fulltime-Job.

00:40:21: Ich hatte dann noch so einen Minijob nebenbei, weil du natürlich bisschen Geld brauchst.

00:40:26: Da habe ich das erste Mal Seife gemacht.

00:40:28: Also jeder, der sich mit Selbstversorgung beschäftigt und Bücher liest, er landet irgendwann um Seife machen.

00:40:34: Die hab ich verschenkt und es ist so gut angekommen, dass ich tatsächlich auf der scharfe Eide gesessen hab und hab gesagt, Mädels, das scheint etwas zu sein!

00:40:43: womit wir Geld verdienen können.

00:40:45: Und ich wollte halt auch Raum lassen unter meinen Schafen für Schafe, die sich nicht melken lassen wollen oder die halt wenig Milch haben und dann lieber bei den Lämmern bleiben.

00:40:56: Ich wollte nicht abhängig sein von der Milchmenge.

00:41:00: Bei der Seife habe ich das meiste kauf ich ja zu, Pflanzenöle usw.

00:41:07: Die Milch, die reinkommt hat eine Ausnutzung von eins-zu-eins.

00:41:09: Das hast du bei Käse zum Beispiel nicht Und das hat super gut geklappt.

00:41:14: Also es ist halt so, dass ich melke nicht alle fünfzwanzig, ich melk immer so zehn bis zwölf und der Rest zieht dann die Lämmer mit groß.

00:41:21: also so handhabe ich das.

00:41:23: Also mit Mädels?

00:41:25: Du hast eben gerade gesagt, Mädels... Genau!

00:41:27: Mit Mädels meinst du deine Schafe?

00:41:29: Ja genau meine Schafe ja.

00:41:31: Das heißt du hast eine ganz besondere Beziehung zu denen.

00:41:33: Es geht nicht nur darum die zu nutzen oder deren Produkte zu nutzen wie Wolle- und Milch sondern auch Fleisch für deinen privaten Gebrauch, sondern eben halt sie auch zu wertschätzen.

00:41:44: Also wie gesagt ich bin ein Animist.

00:41:46: das heißt für mich sind Tiere Teil eines Geflechtes in dem ich auf derselben Stufe stehe wie das Tier.

00:41:52: also wir sind alle alle Teilnehmer in einem geben und nehmen und dass heisst für mich.

00:41:58: wenn ich meine scharfe Melke dann schulde ich denen nicht nur Futter.

00:42:03: Sie verstehen und wissen, was sie bewegt.

00:42:07: Und was ich machen kann damit es ihnen gut geht.

00:42:11: Ich habe das immer gefühlt... Wie sage ich denn?

00:42:14: Also ich wollte immer wissen Was ist hinter allem?

00:42:20: Wie kann ich verstehen?

00:42:22: Was es bedeutet wenn ein Schaf das macht oder wenn keine Ahnung ein Baum umfällt oder irgendwie sowas.

00:42:28: also ich hab immer gemerkt da ist irgendwas was ich aber noch nicht erreichen kann.

00:42:34: Und dann habe ich mich vor einigen Jahren entschieden, eine Ausbildung zum schamanischen Geisteilen zu machen.

00:42:41: Nicht um zu verstehen oder anzunehmen dass es so ist wie es ist sondern um Techniken zu lernen, um zuzuhören und zu kommunizieren.

00:42:54: Seitdem hat sich also mein Verhältnis zu meinen Tieren auch nochmal komplett verändert.

00:42:59: Das heißt du verstehst sie jetzt besser jedes einzelne Schaf?

00:43:02: Genau, also es ist das was jetzt gemeinhin unter Tierkommunikation läuft und ich setze mich oft hin gerade wenn's an Schlachten geht.

00:43:11: Ich rede mit den Tieren vorher.

00:43:13: Ich sag Bescheid!

00:43:16: Was gibt´s noch zu sagen?

00:43:17: Oder... Ich hatte eine ganz furchtbare Situation in der Lamptzeit gerade.

00:43:24: Ich hatte schlechtes Futter.

00:43:27: Ich muss mein Futter zukaufen.

00:43:28: Ich mach' das nicht selber und das war halt Mycotoxin belastet Und die Schafe waren schon hochtragend und es hat viele tote Lämmer gegeben.

00:43:38: Also im Uterus schon schwache Mutterschafe, also das war ganz furchtbar.

00:43:42: Und eins meiner Lieblingsschafe Herr Mine lag den ganzen Tag quasi in der Geburt.

00:43:48: ich habe das schon gesehen und abends habe ich dann drauf gefallst hab gemerkt bis Lambs tot.

00:43:53: Ich hab da mit dem Tierarzt telefoniert, der sitzt aber eine Stunde weit weg und er hat dann gesagt so und so.

00:43:59: Also muss man im Uterus quasi um das Lamm einen Strick ziehen damit man eben den Kopf nach vorne rauskriegt.

00:44:07: Und das habe ich dann irgendwann geschafft.

00:44:09: Aber Das Lamm war wohl mit Flüssigkeit voll gesogen.

00:44:15: also es gibt diesen Zustand und ich hab's nicht raus gekriegt Ich hab's nicht rausgekriegt.

00:44:23: Es war mitten in der Nacht, es war wirklich

00:44:25: schlimm.".

00:44:26: Und dann sagt er jetzt, ja es gibt die Möglichkeit das Lamm da drinnen auseinanderzuschneiden und ich dachte, nee, ich habe dann Hermine angeguckt und hat gemerkt ... Die ist schon halt weg!

00:44:37: Also sie lag da, hat die Augen kaum noch aufgemacht.

00:44:40: Ich hab gesagt, nein, vergesst nicht, ich fahr jetzt nach Hause und hol den Bolzen.

00:44:43: Dann bin ich nach Hause gefahren, hab dem Bolzen gewohlt.

00:44:52: Man kann sich das vorstellen, es ist eine telepathische Geschichte.

00:44:55: Sagt sie ... Ja, es wäre mein letztes Lamm gewesen.

00:45:00: Du hast gesagt, es war mein letztem Lamm und ich wollte nicht aufs Abstellgleis.

00:45:05: Ich mache das so mit Schafen, die mir am Herzen liegen bleiben als Omas in der Herde aber ich lasse ihn nicht noch mal decken.

00:45:11: Und sie hat gesagt, das will ich nicht!

00:45:13: Ich will Mutter sein, ich will Lämmer haben und wenn ich das nicht mehr kann, dann gehe

00:45:17: ich.".

00:45:19: Das war jetzt ihre ... Art und Weise zu gehen, ich meine Schafe können sich keinen Stritt nehmen oder Pistole benutzen oder sowas.

00:45:27: Und diese Möglichkeit also dieses Können hat mir Möglichkeiten geboten und Erfahrungen gebotend die mich das Zusammenleben mit den Tieren nochmal ganz anders sehen lassen.

00:45:42: Einfach auch zu sehen dass hinter einem toten Schaf was ganz anderes steckt oder hinter keine Ahnung wenn sie ausbrechen.

00:45:50: Da sind manchmal Sachen zu Tage, das kann sich keiner ausdenken.

00:45:55: So sehe ich, dass ich mich heute gefragt habe, was wäre denn, wenn so ein Jäger im Wald mit dem Wolf reden könnte?

00:46:03: Was wäre, wenn der Wolf den Jägen anspricht, wenn er da steht und abgeschossen

00:46:07: wird?".

00:46:08: Wölfen sagt man ja auch telepathische Fähigkeiten nach.

00:46:11: Das ist gar nicht so abwegig...

00:46:13: Also es kann jeder lernen!

00:46:16: Großes Tier.

00:46:17: Ich weiß, ich hab jetzt gerade eine sehr große Schublade aufgemacht.

00:46:20: Aber das ist tatsächlich, es kann jeder lernen!

00:46:22: Also

00:46:22: ich sag mal ganz kurz wir Hundebesitzer viele Hunde Besitzer haben schon Kontakt mit Tierkommunikatoren gehabt.

00:46:28: also alles gut.

00:46:29: Das ist nicht die klassische Esoterik, von der wir sprechen.

00:46:33: Ein sehr wichtiges Thema und das ist ja auch was Gutes mit den Tieren zu kommunizieren.

00:46:37: Aber was war denn deine Erkenntnis als du dich gefragt hast wenn ein Jäger mit einem Wolf kommuniziert?

00:46:43: Wir sagen jetzt bewusst nicht sprechen, sondern kommunizierend könnte.

00:46:45: Was glaubst du, was würde da passieren zwischen dem?

00:46:49: Ich bin fest davon überzeugt dass es dann nicht mehr einfach ist zu schießen.

00:46:56: ich glaube nicht dass es noch einfach ist einfach loszuballern.

00:47:01: Das muss man nicht vorstellen.

00:47:02: Es wäre einfach mir dieses Tier halt, mich als Trophäe zu sehen oder als ungeziefer was ausgerottet werden muss.

00:47:11: wenn dann als Teil dieses ganzen Natursystems in dem ich auch bin... Ich sehe mich nicht als Schöpfe als Krone der Schöpfung.

00:47:21: Niemals!

00:47:23: Also es geht einfach um Demut und Respekt.

00:47:26: Ich weiß nicht, ob der da ist.

00:47:28: Das kann ich nicht sagen.

00:47:30: Im Wald ist der Jäger und das Tier kein anderer.

00:47:33: Die sind alleine?

00:47:34: Da gibt es niemanden anders ... Wenn das Gewissen fehlt, dann ist noch nicht mal das anwesend in solchen Momenten.

00:47:43: Wie gesagt, das sind auch Vermutungen.

00:47:47: Ich weiß das nicht!

00:47:50: Aber ... Wenn die Jagdgesellschaft selber schon sagt, es gibt Probleme mit dem jungen Wilden.

00:47:57: Ja ich meine dieses Begehren.

00:48:00: also das ist... Ich weiß dass Töten süchtig macht, Jagen süchtigt.

00:48:05: Es geht um die Adrenalin-Dopaminausschüttung.

00:48:07: Das ist ja wissenschaftlich nachgewiesen.

00:48:10: Indigene Völker zum Beispiel haben ja ihre Jagd ganz eng an Rituale gekoppelt, weil sie genau wissen das es durch dich macht und um eben diese Gier danach zu unterbrechen.

00:48:22: Die sind halt bei uns glaube ich nicht mehr in diesem Maße vorhanden.

00:48:26: Dein Verhältnis zu Leben und Tod?

00:48:29: Ich habe mal von einem Schäfer, von einem befreundeten Schäver gehört dass er mir gesagt hat, dass er jeden Tag mit dem Thema Tod lebt als Schäfer.

00:48:40: Es passiert morgens du kommst auf die Weide da liegt ein totes Lamm oder ein totisch scharf.

00:48:45: Mal unabhängig davon das Du rational auch einen Weg gefunden hast mit den Tieren zu kommunizieren und sicherlich auch einen weggefunden hast mit dem Tod umzugehen.

00:48:54: wie gehst Du damit diesen Verlusten aber um?

00:48:56: Trauerst Du auch?

00:48:57: Oder hast Du per se Dein Frieden gefunden weil die Schafe womöglich Dir vorher gesagt haben, dass es okay ist.

00:49:06: Ja das hat mir wahnsinnig geholfen!

00:49:09: Es nimmt... Also jeder Schäfer hat glaube ich dann erstmal so ein Schuldgefühl.

00:49:14: was ist passiert?

00:49:15: habe ich etwas falsch gemacht?

00:49:16: habe ich was übersehen?

00:49:17: da kann man sich sehr daran aufreiben.

00:49:20: Man kann sich dran gewöhnen und man kann sich daran aufreiben.

00:49:24: also der Tod ist ja in Deutschland etwas, was eigentlich hinter geschlossenen Türen stattfindet.

00:49:29: Also sei es jetzt im Altersheim oder im Schlachthof das ist ja völlig abgespalten und Schäfer-Landwirte sind halt so dicht dran.

00:49:41: also mir hat diese Tierkommunikation in der Hinsicht wahnsinnig geholfen.

00:49:46: also meine Erfahrung ist dass es mir ganz viel das Gefühl von Schuld

00:49:51: nimmt

00:49:52: dieses habe ich was falsch gemacht, habe ich etwas übersehen.

00:49:56: Bin nicht ein schlechter

00:49:56: Schäfer.".

00:49:57: Es ist mein Deckbock vor zwei Jahren gekauft.

00:50:02: Herdbuchzucht lag jetzt vor ein paar Tagen tot auf der Wiese.

00:50:06: am Abend vorher nichts gesehen.

00:50:08: Ja pass auf!

00:50:09: Ich bin tatsächlich nicht traurig.

00:50:12: es war erst mal gesagt was los?

00:50:14: Was ist los?

00:50:15: also der Nichts gewesen kein Durchfall Futter normal, die Wiese normal.

00:50:23: Wir haben ihn dann geholt und dann habe ich mich alles hingesetzt und hab gesagt, was ist los?

00:50:27: Was ist

00:50:27: los?!

00:50:28: Und dann sagte er ja du warst am Freitag auf dem Markt!

00:50:31: Da hast du beim Käsestand bei der Schafhalterin neun Bock gekauft... ...und den holst du im Mai, hast du gesagt.

00:50:39: Ich wollte ihn eigentlich decken lassen aber musste einen neuen Bock holen damit er seine Töchter nicht deckt.

00:50:43: Er hat gesagt entweder ich alleine oder ohne mich.

00:50:49: Und deshalb ist er gegangen.

00:50:50: Deshalb ist er gegangen.

00:50:53: Das kannst du dir nicht ausdenken, das ist ganz ehrlich!

00:50:57: Und dann ist auch keine Trauer da.

00:51:00: Ich akzeptiere dass es ein Wesen ist was selber über sein Leben bestimmen kann und Tiere haben auch nicht das Problem mit dem Sterben wie wir Menschen sind.

00:51:10: Wir Menschen haben unglaubliches Problem mit den Sterben.

00:51:12: Wir hängen an unserem Körper, wir hängen am Dingen.

00:51:15: Es ist alles wichtig, das haben Tiere nicht.

00:51:18: Also für Tiere ist der Tod, denke ich wie eine andere Jacke anziehen.

00:51:26: Wie würdest du damit umgehen wenn du eines Morgens auf die Weide kommst und siehst das Wölfe Schafe von dir gerissen haben?

00:51:33: Inwieweit würde das deine Einstellung zum Wolfen ändern?

00:51:37: Die Frage habe ich mir auch sehr oft gestellt.

00:51:39: Die habe ich während der Diplomarbeit gestellt und jetzt in den vergangenen Tagen.

00:51:46: Das ist erstmal ein Streck Ganz klar.

00:51:50: Ich weiß aber jetzt aus der Erfahrung heraus, die ich in den letzten Jahren gemacht habe mit dieser Ausbildung und mit den Möglichkeiten, die diese Ausbildung mir geboten haben hier mit Natur umzugehen das es ein Miteinander ist.

00:52:06: also ich habe schon Lämmer an den Fuchs verloren.

00:52:09: Das ist schon passiert Der ist auch im Stall gewesen hat sich Lämma raus geholt Und das Schaf hat getrauert.

00:52:16: Aber es war eine Erfahrung, die dieses Schaf machen wollte.

00:52:20: Und das konnte ich akzeptieren!

00:52:23: Also ich höre ja ganz oft von anderen Schäfern wenn der Wolf einmal drin war dann hör' ich auf Die Schafe sind dann so traumatisiert dass Christenivia hin...die gehen nicht mehr auf die Flächen So.

00:52:33: und dann habe ich mich gefragt aber wilde Herden, die sind ja auch nicht traumatisiert bis an ihr Lebensende Wenn da ein Tier gerissen wird Dann habe ich mir überlegt, wir trainieren und sanctieren ja auch alles ab.

00:52:49: Wir trainieren den natürlichen Fluchtinstinkt ab damit sie für uns nicht weglaufen.

00:52:54: Wir sagen ihnen wo sie stehen sollen, wir sagen ihnen wann sie ihre Lämmer kriegen sollen.

00:52:59: das heißt wenn ich dann da bin und meine Schafe stehen in diesen Voraussetzungen die ich Ihnen auferlegt habe dann ist es meine Aufgabe als Schäfer ruhig dazustehen und zu sagen ja es ist passiert.

00:53:15: Erinnert euch an euer erbe ihr seid scharfe das is der wolf, es sind einfach... Es ist einfach seit Millionen von Jahren so dass Schafe von Wölfen gefressen werden Und es ist meine Aufgabe ruhig zu bleiben und diese Ruhe an die Tiere weiterzugeben.

00:53:32: Das ist ja mittlerweile auch belegt, also man merkt jeder der zu seinen Tieren kommt und fahrig ist und aufgeregt, dann sind die Tiere auch fahrlich und aufgerägt.

00:53:41: Das muss ich jetzt noch nicht mal irgendeine wissenschaftlichen Beweg hier ranziehen.

00:53:44: also das weiß jeder der Tiere hat Und ich glaube dass wäre dann meine Aufgabe ruhig zu bleiben und zu sagen okay Wir gehen jetzt erstmal auf eine andere Wiese Ich stelle zwei Zäune auf ich bin nach zwei euch wir machen das irgendwie und Dann geht es weiter.

00:54:02: aber inwieweit würde das deine Einstellung zum wolfen?

00:54:04: gar nicht.

00:54:06: Also auch bei den Füchsen damals nicht.

00:54:08: Das war ein Drama mit diesen Lämmern, aber ich wusste da sitzt jetzt eine Ferie die hat Welpen und die haben Hunger.

00:54:16: Und das ist für mich völlig... Ich hatte noch keinen Wolfsriss also natürlich wäre es erstmal schreck.

00:54:26: Aber

00:54:26: ich meine woran sterben denn Schafe sonst?

00:54:30: Also Schafe sterben an Parasiten.

00:54:32: Ich meine ein großes Problem sind Menschen, ehrlich gesagt.

00:54:38: Menschen und

00:54:39: Hunde

00:54:40: und Menschen die meine Schafe füttern.

00:54:42: Ich habe während Covid hier acht Schafe verloren weil in diesen Lockdowns wo dann alle dann doch mal raus durften sie dann quasi die nahe Umgebung entdeckt haben als Ausflugsziel.

00:54:54: und wie schön da stehen.

00:54:56: ja Schafe.

00:54:56: und dann war da Picnic Pferch und Orangenschalen, ja.

00:55:04: Und dann abends liegt er da mit aufgefohlenem Panzenschaum vorm Mund wiegt.

00:55:08: die Schmerzen kannst du nur noch tot schießen?

00:55:11: Also das sind meine Probleme, wenn ich hier habe ganz ehrlich und wäre kumpel.

00:55:15: ich hab dann einmal gedacht Boah Wolf komm hierher!

00:55:18: Komm hierher sei präsent damit ich hier meine Ruhe habe.

00:55:22: Habe ich wirklich gedacht einmal.

00:55:24: Das war wirklich schlimm.

00:55:25: Die Sorgen, die Du hast als Schäferin in deinem Leben das sind die Menschen einfach völlig unsensibel.

00:55:33: da auftauchen und denken, ihnen gehört die Welt.

00:55:35: Und sie können da jetzt ihren Kindern das größtmögliche Abenteuer

00:55:38: bieten... Ja ist es halt gedankenlos, ne?

00:55:41: Ja!

00:55:42: Es ist

00:55:42: respektlos.

00:55:42: Entschuldigung auch wenn ich keine Ahnung habe von der Landwirtschaft.

00:55:47: Ist es respektloses, wenn man sich Tieren oder in dem Fall Eigentum anderer Menschen so näher hat?

00:55:55: Ich weiß nicht was dieses Füttern immer soll.

00:55:58: Also was ist das, dass man fremde Tiere dauern und ständig füttern muss?

00:56:01: Das bin ja nicht nur ich.

00:56:03: Social Media ist ja voll davon.

00:56:05: Werdet ihr das anguckst?

00:56:07: Im Zoo überall wollen die Leute füttern, fütte ihre Hundefüttern, die den ganzen Tag... Und es gibt mittlerweile.

00:56:12: jeder zweite Hund hat Übergewicht!

00:56:13: Also Füttern zieht sich durch unser Leben.

00:56:16: wir Menschen fütten gerne aber wir sollten das bitte sein lassen.

00:56:20: also Enten und Schwäne sollen wir ja auch nicht mit Brot füttern.

00:56:23: Und bitte keine Schrafe füttern, bitte!

00:56:25: Auch die Herdenschutzhunde NICHT FÜTTERN.

00:56:28: Das ist weder lustig noch freundlich sich noch brauchen, das geht mal davon aus dass alle Tiere da draußen maximal gut versorgt sind.

00:56:36: dann müssen wir nicht auch noch was machen.

00:56:38: Ich höre jetzt gerade dein Leben ist wirklich spannend so spannend dass man eigentlich einen Film darüber machen könnte.

00:56:44: Es ist sehr außergewöhnlich was du machst und was du bisher erlebt hast dass eines Tages eine Lektorin auf dich zugekommen ist.

00:56:54: Und ich sage dazu, das ist der Traum eines jeden Schreibenden ja?

00:56:58: Dass mal ein Lector auf einen zukommt und sagt hey, magst du nicht im Buch schreiben!

00:57:03: Du warst ja zu dem Zeitpunkt noch nicht einmal Schreibende aber trotzdem sind diese Lektoren auf dich zugekommen und wollte was von dir?

00:57:10: Das war auch wieder so ne längere Geschichte, dass ursprünglich ein Artikel in einer Zeitschrift erscheinen sollte über die Seife Und da war eine junge Frau hier, die Silja diesen Artikel geschrieben hat.

00:57:26: Dieser Artikel ist in dieser Zeitschrift aber nie erschienen und Silja hat mich dann der Brigitte vorgeschlagen.

00:57:34: Die wollten aber nicht über die Seife schreiben.

00:57:36: es gab in dieser Zeit schrift ein Dosier über das Thema was machen glückliche Menschen anders?

00:57:44: Ich habe eine Tochter, die das Rubinstein-Tiby-Syndrom hat.

00:57:47: Die ist zur Welt gekommen, da habe ich mich gerade selbstständig gemacht mit der Seife und den Schafen.

00:57:53: Es war als sehr anspruchsvoll aber ich bin jemand, der einfach ... Ich mache dann so einen Tunnelblick und ich mach einfach.

00:58:04: Das hat auch alles super geklappt und wir haben uns richtig gut arrangiert Lili und ich.

00:58:09: Damit waren wir halt in der Brigitte, in diesem dossier, eine Doppelseite irgendwie Geschichte, hat die Susanne Frank dann gelesen.

00:58:20: Das ist die Lekturin vom Rohwald-Verlag gewesen und hat mir dann eine E-Mail geschickt.

00:58:26: ob ich nicht über mein Leben schreibe, weil ich habe erst gedacht es ist ...

00:58:30: ein Traum!

00:58:30: Ein Traum?

00:58:31: Nein,

00:58:31: ein Fake hab' ich gedacht.

00:58:33: so und dann habe ich sie aber gegoogelt Und habe da festgestellt okay Sie is tatsächlich den Turm beim Rohwald Verlag.

00:58:39: und dann Habe ich ihr zurückgeschrieben habe ich gesagt ja mach ich

00:58:44: Und dann ist in drei Monaten ein Buch entstanden.

00:58:47: In

00:58:47: drei Monaten wirklich?

00:58:48: Ja, während der Lamptzeit habe ich das geschrieben.

00:58:50: Das war wie bei einer Diplomarbeit.

00:58:54: Ich bin dann wie in so einem Rausch... Michel Angelo hat glaube ich mal gesagt als er den David geschaffen hat.

00:59:02: Der David war immer da und musste halt nur diesen Block drum herum entfernen.

00:59:06: Also dass das Buch war da, ich muss es einfach nur aufschreiben.

00:59:11: Wie heißt das Buch?

00:59:13: Das Buch heißt scharfe Leben nur im Jetzt.

00:59:15: Das gibt es nur noch als e-book?

00:59:18: Genau, also es gab zwei Auflagen genau das ist ja Zwei tausend zwölf erschienen schon Und das gibt es noch als i-Book Ja und glaube ich als also gebraucht

00:59:27: habe ich gesehen genau Ich hab das schon googled und das e book verlinken war in den show notes.

00:59:31: natürlich erzähle ganz kurz worum geht Es in dem buch?

00:59:34: Also es geht es ist quasi autobiografisch für mich und meine schafe Im Jahresrhythmus und ich habe mir da zwölf Schafe ausgesucht, um die ich bestimmte Kapitel meines Lebens geflochten habe.

00:59:50: Und eine Freundin von mir damals hat dazu mit diesen Schafen Gespräche geführt.

00:59:56: Das haben wir aber damals nicht so dahingestellt, weil Susanne meinte, da bist du die schrullige Schäferin, die mit ihren Schafens spricht!

01:00:07: Aber das war es ja.

01:00:09: Und das Buch war natürlich auch erfolgreich.

01:00:12: und wie gesagt, es gibt auch noch immer gebraucht.

01:00:14: also wer Interesse daran hat... Ich habe's noch nicht gelesen aber es liest sich bestimmt richtig gut.

01:00:19: Deine Diplomarbeit jedenfalls liest ich super!

01:00:22: Das ist natürlich super spannend für Leute wie uns so was mal dann auch sich anzugucken in Ruhe mit Blick darauf dass er es zwei zwanzig Jahre her ist mit seiner Diplomerbeit da komme ich halt einfach nicht drüber weg.

01:00:32: Gut liebe Théa Dieses Gespräch ist jetzt hier wirklich im höchsten Maße spannend.

01:00:38: Und du hast uns wirklich mitgenommen in dein Leben und hast uns teilhaben lassen an ganz, ganz vielen Gedanken von dir und auch an Situationen die dich sehr beschäftigt haben, die auf deinen Leben geprägt haben.

01:00:50: Ich möchte dir im Namen aller Hörerinnen und Hörern von Herzen danken für dieses maximal tolle Gespräch.

01:00:57: Sehr gerne!

01:00:57: Also ich war...

01:01:00: Ich würde dir jetzt gerne noch die Gelegenheit geben, wenn du möchtest irgendwie diese schöne Folge abzuschließen mit einem persönlichen Appell von dir an whoever.

01:01:11: Vielleicht hast du irgendjemanden, an dem du einen Appell richten möchtesst?

01:01:14: Weil wir stehen ja uns stehen schwere Zeiten bevor und es kommen große Herausforderungen auf uns zu.

01:01:19: und ganz spontan gefragt.

01:01:22: An wen möchtet du das Wort richten?

01:01:25: Es ist mir so ein herzliches Wunsch dass Menschen vielleicht anfangen, mal hinter die Dinge zu gucken.

01:01:32: Das machen bestimmt auch schon ganz viele.

01:01:35: Aber diese Erfahrung ... Die Tiere als Seele und als ein Bewusstsein zu betrachten ist so groß!

01:01:44: Und sie verändert das Leben so nachhaltig.

01:01:47: Meine Hunde spielen hier gerade jetzt auf.

01:01:50: zum Abschluss.

01:01:53: Nicht sich drüberzustellen.

01:01:57: Ich meine gerade beim wolf.

01:01:59: es geht um angst.

01:01:59: das thema ist angst.

01:02:01: angst und angst entsteht im kopf Und da da kann man was tun.

01:02:05: sie ist erst mal nur im Kopf diese angst.

01:02:09: Bevor überhaupt irgendetwas passiert ist und da einfach mal inne zu halten und zu zu sagen okay Was bleibt übrig.

01:02:17: wenn ich diese angster jetzt mal einfach dastehen lasse?

01:02:20: Was ist dann da?

01:02:22: und eben auch was die jagt angeht, dass ist Einfach ein bisschen Demut vielleicht in sein Leben zu bringen.

01:02:33: Das ist ein sehr, sehr schönes Schlusswort!

01:02:37: Deine Hunde wollen jetzt raus, die wollen spielen?

01:02:39: Wie viele sind da jetzt bei dir gerade?

01:02:41: Vier Schäferhunde habe ich.

01:02:42: Vier?

01:02:43: Also richtig klassische deutsche Schäferhunde?

01:02:45: Ja eine weißen und drei... also zwei sind Kinder und einen weiteren deutschen Schäferhund.

01:02:54: Und die arbeiten auch mit an der Hände?

01:02:56: Nein, leider.

01:02:56: Also doch ein bisschen ... Die Thürer weiß sich halt das sehr gut drin.

01:03:01: Und Mats kann das auch... Ich hab die Schafe nie an Hunde gewöhnt!

01:03:07: Sie respektieren für die Hunden nicht.

01:03:10: Meine Schafe sind schon auch sehr selbstbewusst.

01:03:13: Aber beim Umtrieb machen sie schon mal die Ecken dicht und so.

01:03:16: Das klappt ganz gut.

01:03:17: Dann würd ich sagen starten wir in den Abend.

01:03:20: Dir noch viel Spaß mit deinen Schafen und deinen Hunden.

01:03:22: Und ich bin

01:03:23: sicher, Tia!

01:03:24: Ich bin so sicher wir hören uns wieder bald wieder auch in diesem Podcast.

01:03:28: Das sehr

01:03:29: gerne.

01:03:29: Vielen vielen Dank für alles.

01:03:30: Ciao

01:03:31: ciao.

01:03:43: Gerne.

01:03:43: Tschüss.

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